Christliche Fundamentalisten halten ihren Glauben für den einzig wahren. Die Bibel ist Glaubensgrundlage und gleichzeitig strenges Regelwerk für den Alltag. Andere Religionen lehnen sie ab, alle Nichtchristen wollen sie bekehren. Homosexualität gilt als Sünde. Sex vor der Ehe ist verpönt. Die Evolutionstheorie stellen sie in Frage. Und bibeltreue Lobbyvereine bemühen sich um Einfluss auf Politik und Medien. Wir wollen kritisch über die Evangelikale Bewegung berichten.
Unser Buch "Mission Gottesreich – Fundamentalistische Christen in Deutschland" bietet einen Überblick. In dem Blog wollen wir weiter über Beiträge, Gemeinschaften und Veranstaltungen von Evangelikalen informieren sowie auf andere Berichte über Evangelikale hinweisen. Außerdem veröffentlichen wir hier Reaktionen auf das Buch.
Wochenzeitung über „Mission Gottesreich“
In der Rubrik „Das politische Buch“ bespricht der Autor Reiner Scholz am 30.3.2009 „Mission Gottesreich“. Er schreibt: „Das vorliegende Buch überzeugt nicht zuletzt durch seine Reportageteile, liest sich gut, ist ausgesprochen informativ und mit Zitathinweisen gespickt.“ Die Rezension mit dem Titel „Eine Reise in die befremdliche Welt des Heils“ ist auf den Internetseiten von Das Parlament nachzulesen.
Politikwissenschaftler über Evangelikale
Im Deutschlandradio wirbt der Politikwissenschaftler Claus Leggewie für eine differenzierte Darstellung des Islam. In der Sendung „Lesart Spezial: Der Islam in Deutschland“ äußert er sich auch zu Evangelikalen. Leggewie sagt, sie würden die Muslime als Konkurrenz sehen. „Da sind sie keineswegs tolerant“, so der Leiter des Kulturwissenschaftlichen Instituts in Essen. Evangelikale sagen laut Leggewie, sie hätten eigentlich was dagegen, dass hier Moscheen gebaut würden. Das halbstündige Gespräch zwischen dem Politikwissenschaftler und dem Schriftsteller Navid Kermani vom 29.03.2009 ist über die Internetseiten von Deutschlandradio Kultur nachzulesen und nachzuhören.
Radiofeuilleton zu „Mission Gottesreich“
Am Freitag, den 27.3.09, haben wir in der Sendung “Radiofeuilleton” von Deutschlandradio Kultur über christlichen Fundamentalismus gesprochen – das knapp zehnminütige Gespräch kann über die Internetseiten des Hörfunksenders nachgehört werden.
Evangelikale Missionsveranstaltung „ProChrist“
„Zweifeln und Staunen“ – der Werbeschriftzug leuchtet in weißen Buchstaben auf blauem und orangefarbenem Grund. Mit riesigen Bannern und Plakaten werben die Organisatoren im März 2009 in vielen deutschen Städten für die evangelikale Missionsveranstaltung „ProChrist“. Die sogenannte „Großevangelisation“ beginnt offiziell am 29. März in Chemnitz. Schon für den Vorabend, am 28., ist ein „Motivationsgottesdienst“ geplant. Im Programm steht: „Wir freuen uns, wenn viele dabei sind und wir uns gemeinsam von Gott zurüsten und segnen lassen.“ Auf den ersten Blick ist nicht erkennbar, dass viele der Organisatoren fundamentalistische Positionen vertreten.
„ProChrist“ wird von evangelikalen Christen veranstaltet – darunter zum Beispiel der Vorsitzende des evangelikalen Dachverbandes „Deutsche Evangelische Allianz“ Jürgen Werth, Allianz-Generalsekretär Hartmut Steeb und Prediger Ulrich Parzany. Aufgrund ihres engen Bibelverständnisses lehnen sie zum Beispiel eine Liebesbeziehung zwischen zwei Männern ab. „Praktizierte Homosexualität“ sei Sünde, erklärte Ulrich Parzany im Interview. Homosexuelle Praxis werde im Alten und Neuen Testament „eindeutig kritisch“ beurteilt. Parzany sagte, man müsse für sein Verhalten Verantwortung tragen. Wenn man heterosexuell sei, rechtfertige das ja auch nicht, dass man durch die Betten hure. „ProChrist“-Vorstandsmitglied Hartmut Steeb hatte vor einigen Jahren Bundeskanzlerin Merkel für ein Grußwort bei der Homosexuellen-Veranstaltung „Christopher Street Day“ kritisiert. Steeb fand, dass „diese Art aktiver Unterstützung von Homosexualität und Lesbentum weder für die Zukunft unseres Landes gut ist, noch das Vertrauen in die Politik stärkt“.
In dem Programm von „ProChrist“ ist auch ein Referent des kreationistischen Vereins „Wort + Wissen“ angekündigt. Am 31.3. soll Siegfried Scherer ein Interview zum Thema „Biologie und Glaube“ geben. Scherer ist unter anderem Autor des kreationistischen Werkes „Evolution – ein kritisches Lehrbuch“. Kreationisten glauben, dass die Erde so erschaffen worden ist, wie es in der Bibel steht. Deshalb zweifeln sie an vielen wissenschaftlichen Erkenntnissen, zum Beispiel an der Evolutionstheorie. „Wort + Wissen“ vertritt nach eigenen Angaben eine „biblische Schöpfungslehre“. Ihre Mitarbeiter wollen „Denkhilfen“ geben, mit denen aus ihrer Sicht unter anderem „Hindernisse zum Glauben an Jesus Christus ausgeräumt“ werden können.
Die Missionsveranstaltung wird per Satellit in viele deutsche Gemeinden und auch an Orte in anderen europäischen Ländern übertragen. An der letzten “ProChrist”-Veranstaltung vor drei Jahren hatten nach Angaben der Organisatoren insgesamt mehr als eine Million Menschen teilgenommen.
Radiosender stellt „Mission Gottesreich“ vor
Der Beitrag über unser Buch lief am 23.03.2009 im Hörfunkprogramm des Norddeutschen Rundfunks – nachzulesen auf den Internetseiten von NDR Info.
Evangelikaler Prediger zum Amoklauf in Winnenden
„Bekehrte Christen schießen nicht!“, behauptet der evangelikale Prediger Theo Lehmann. In dem Magazin ideaSpektrum spekuliert er darüber, wie es zu dem Amoklauf in Winnenden kommen konnte. Eine Erkenntnis sei, dass die heranwachsende Generation noch nicht einmal die zehn Gebote kenne. Daraus schließt Lehmann: „Was diese verlorene Generation braucht, ist Gott.“ Gründe für die Wut, den Hass und Frust der jungen Leute gebe es genug, doch es gebe nur einen, der das in den Griff kriegen und „verlorene, verdammte Menschen“ verändern könne, und das sei Gott, so der Chemnitzer Prediger. Lehmann glaubt, ohne Gott gehe es „in die Dunkelheit“. Diese Wahrheit sei vor aller Augen. Außer bei denen, die in „ideologischer Verblendung“ ihre Augen vor der „Realität“ verschließen würden.
Quelle: ideaSpektrum Nr. 12, 18. März 2009, S. 23
Radiosendung auf HR2 über Piusbrüder und Evangelikale
Papst Benedikt XVI. hatte mehrere Bischöfe der reaktionären Piusbruderschaft wieder in die katholische Kirche aufgenommen – darunter auch der Holocaust-Leugner Richard Williamson. Das war der Anlass für die HR2-Radiosendung „Der Tag“ Anfang März über den Einfluss von ultra-konservativen Christen in der katholischen, aber auch in der evangelischen Kirche. Die fast einstündige Sendung „Pius und andere Brüder – Fundamentalisten auf dem Vormarsch?“ sucht in Interviews und Berichten nach einer Antwort und bietet Einblicke in christlich-fundamentalistische Gemeinschaften. Liberale Theologen warnen dabei auch vor der zunehmenden Macht Evangelikaler in Kirche und Politik. Sie beklagen, dass wissenschaftliche Erkenntnisse wie die Evolutionstheorie von ihnen nicht anerkannt, andere Religionen nicht respektiert und Homosexuelle diskriminiert würden.
Interview zu „Mission Gottesreich“
„Weitergabe des christlichen Glaubens in den Medien“, das ist das wichtigste Ziel des evangelikalen Lobbyvereins „Christlicher Medienverbund KEP“ – früher hieß er „Konferenz Evangelikaler Publizisten“. Die Organisation vertritt vor allem einen streng bibeltreuen Glauben. Um den zu verbreiten, gibt sie auch das Medienmagazin Pro heraus. Das will aktuelle Entwicklungen in der Medienwelt darstellen und zu Themen aus Kirche, Gesellschaft, Medien oder Politik Stellung beziehen. Mitte März fragte uns das Magazin zu unserem Buch „Mission Gottesreich“, das die evangelikale Bewegung kritisiert. Das Interview ist auf den Internetseiten von Pro nachzulesen.
Interview auf WDR 5
In der Hörfunk-Sendung “Neugier genügt” auf WDR 5 am 6. März 2009 haben wir unser Buch vorgestellt. Nachzuhören ist das Interview beim Westdeutschen Rundfunk.
Nachrichtenportal idea berichtet
Unter dem Titel “Scharfe Kritik an evangelikaler Bewegung” fasst das evangelikale Internetportal idea.de am 7. März 2009 einige Aussagen des Buches zusammen.
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