Blog-Info

Christliche Fundamentalisten halten ihren Glauben für den einzig wahren. Die Bibel ist Glaubensgrundlage und gleichzeitig strenges Regelwerk für den Alltag. Andere Religionen lehnen sie ab, alle Nichtchristen wollen sie bekehren. Homosexualität gilt als Sünde. Sex vor der Ehe ist verpönt. Die Evolutionstheorie stellen sie in Frage. Und bibeltreue Lobbyvereine bemühen sich um Einfluss auf Politik und Medien. Wir wollen kritisch über die Evangelikale Bewegung berichten.
Unser Buch "Mission Gottesreich – Fundamentalistische Christen in Deutschland" bietet einen Überblick. In dem Blog wollen wir weiter über Beiträge, Gemeinschaften und Veranstaltungen von Evangelikalen informieren sowie auf andere Berichte über Evangelikale hinweisen. Außerdem veröffentlichen wir hier Reaktionen auf das Buch.

„Im Trend, aber gegen die Bibel“

Evangelikale Zeitschrift kritisiert US-Präsident Obama

Kurz nach seinem Amtsantritt hatte der neue US-Präsident Barack Obama einen Gebetsgottesdienst mit Repräsentanten verschiedener Religionen gefeiert. Diesen „multireligiösen Kurs“ kritisiert der Chefredakteur der evangelikalen Zeitschrift ideaSpektrum Helmut Matthies. Er schreibt dazu Anfang 2009: „Im Trend, aber gegen die Bibel.“ Matthies glaubt: „Diese Einheit steht konträr zu dem, was der Herr der Kirche sagt, Jesus Christus.“ Nach dem neuen Testament komme man zu dem „einen einzigen Gott nur durch Jesus Christus allein“, so Matthies. „Das klingt hart, ist aber der alleinige Weg, um in den Himmel zu gelangen.“
Auch die Familienpolitik Obamas bewertet er negativ. Denn Obama hat die Entscheidung von seinem Amtsvorgänger George W. Bush aufgehoben, nach der amerikanische Steuergelder nicht an Organisationen fließen dürfen, die in Entwicklungsländern Abtreibungen vornehmen oder für sie werben. „Das Geld der Steuerzahler wird vielen Kindern das Leben kosten“, schreibt Matthies.
Für George W. Bush dagegen findet der idea-Spektrum-Leiter lobende Worte. Bush sei „Clintons Sexaffäre“ mit „allseits sichtbarem Eheglück“ begegnet. Und nach den Terroranschlägen in New York und Washington habe es das Ziel von Bush sein müssen, sein Volk zu schützen. Zur Einrichtung des Gefangenenlagers auf Guantanamo und zum Irakkrieg fragt sich Matthies, wie die Welt ohne diese drastischen Maßnahmen heute aussähe. 

Quelle: ideaSpektrum Nr. 5, 28. Januar 2009, S.3