Blog-Info

Christliche Fundamentalisten halten ihren Glauben für den einzig wahren. Die Bibel ist Glaubensgrundlage und gleichzeitig strenges Regelwerk für den Alltag. Andere Religionen lehnen sie ab, alle Nichtchristen wollen sie bekehren. Homosexualität gilt als Sünde. Sex vor der Ehe ist verpönt. Die Evolutionstheorie stellen sie in Frage. Und bibeltreue Lobbyvereine bemühen sich um Einfluss auf Politik und Medien. Wir wollen kritisch über die Evangelikale Bewegung berichten.
Unser Buch "Mission Gottesreich – Fundamentalistische Christen in Deutschland" bietet einen Überblick. In dem Blog wollen wir weiter über Beiträge, Gemeinschaften und Veranstaltungen von Evangelikalen informieren sowie auf andere Berichte über Evangelikale hinweisen. Außerdem veröffentlichen wir hier Reaktionen auf das Buch.

„Irrwege“ der Volkskirche

Evangelikaler Verband kritisiert Landeskirchen

Sie würden zwar grundsätzlich „Ja“ zur Volkskirche sagen, litten aber unter „einzelnen Missständen“, schreibt der Präses des „Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverband“, Christoph Morgner im Januar 2009 auf der Internetseite der Evangelischen Allianz. Der Verband vertritt einen Teil der Evangelikalen innerhalb der evangelischen Landeskirchen. Ihr Chef kritisiert zum Beispiel die „fragwürdige historisch-kritische Bibelauslegung“ oder die „gottesdienstliche Segnung homophiler Partnerschaften“. „Zu diesen und anderen Irrwegen nehmen wir klar aus biblischer Sicht Stellung“, so Christoph Morgner. Und er ergänzt: „Aber die Volkskirche ist mehr als die Summe der Missstände, an denen wir leiden.“ Und das offenbar vor allem, weil der evangelikale Einfluss wächst. „So freuen wir uns über die wachsende Zahl promovierter und habilitierter Theologen aus unseren Reihen.“ Morgner schreibt weiter, dass einige sogar Lehrstühle an den Universitäten bekleideten, was vor einigen Jahrzehnten „noch völlig undenkbar“ gewesen sei. Er freut sich auch über einen „vorzüglichen missionarischen wie diakonischen Resonanzraum“ in der Volkskirche. Doch die Landeskirchen sollen den Evangelikalen offenbar auch außerhalb der Kirche mehr Einfluss ermöglichen. Denn Christoph Morger schreibt: „Nur die Volkskirche bietet derzeit eine Chance, christliche Positionen im politischen Raum wirksam einzubringen.“