Blog-Info

Christliche Fundamentalisten halten ihren Glauben für den einzig wahren. Die Bibel ist Glaubensgrundlage und gleichzeitig strenges Regelwerk für den Alltag. Andere Religionen lehnen sie ab, alle Nichtchristen wollen sie bekehren. Homosexualität gilt als Sünde. Sex vor der Ehe ist verpönt. Die Evolutionstheorie stellen sie in Frage. Und bibeltreue Lobbyvereine bemühen sich um Einfluss auf Politik und Medien. Wir wollen kritisch über die Evangelikale Bewegung berichten.
Unser Buch "Mission Gottesreich – Fundamentalistische Christen in Deutschland" bietet einen Überblick. In dem Blog wollen wir weiter über Beiträge, Gemeinschaften und Veranstaltungen von Evangelikalen informieren sowie auf andere Berichte über Evangelikale hinweisen. Außerdem veröffentlichen wir hier Reaktionen auf das Buch.

„Schwulenfeindliche Tendenzen“

Verein „Homosexuelle und Kirche“ kritisiert ProChrist

Der Verein „Homosexuelle und Kirche“ (HuK) wirft der Missionsveranstaltung „ProChrist“ „schwulenfeindliche Tendenzen“ vor. Die Organisatoren hatten der HuK keinen Informationsstand während des Glaubensfestivals in Chemnitz genehmigt. „Es ist nicht hinnehmbar, dass uns als homosexuelle Christen ein Stand bei ProChrist verwehrt wurde, obwohl wir bereits im November 2008 einen schriftlichen Antrag gestellt hatten“, sagte Tom Haus von der HuK gegenüber der Chemnitzer „Freien Presse“. „ProChrist“-Geschäftsführer Michael Klitzke sagte der Zeitung, dass man den Antrag des Vereins aus Platznot habe absagen müssen.
„ProChrist“ wurde von evangelikalen Christen organisiert. Für die meisten Evangelikalen ist Homosexualität eine Sünde – so auch für den leitenden Prediger bei „ProChrist“, Ulrich Parzany. Nach Angaben der Organisatoren hatten mehrere zehntausend Menschen die einwöchige Missionsveranstaltung in der Chemnitz-Arena besucht. Die Kampagne wurde vor allem durch Spenden, aber auch durch Zuschüsse der evangelischen Kirche finanziert.

Quelle: Freie Presse – Chemnitzer Zeitung, 2.4.2009