Blog-Info

Christliche Fundamentalisten halten ihren Glauben für den einzig wahren. Die Bibel ist Glaubensgrundlage und gleichzeitig strenges Regelwerk für den Alltag. Andere Religionen lehnen sie ab, alle Nichtchristen wollen sie bekehren. Homosexualität gilt als Sünde. Sex vor der Ehe ist verpönt. Die Evolutionstheorie stellen sie in Frage. Und bibeltreue Lobbyvereine bemühen sich um Einfluss auf Politik und Medien. Wir wollen kritisch über die Evangelikale Bewegung berichten.
Unser Buch "Mission Gottesreich – Fundamentalistische Christen in Deutschland" bietet einen Überblick. In dem Blog wollen wir weiter über Beiträge, Gemeinschaften und Veranstaltungen von Evangelikalen informieren sowie auf andere Berichte über Evangelikale hinweisen. Außerdem veröffentlichen wir hier Reaktionen auf das Buch.

„Evangelikale attackieren Journalisten“

NDR über Einschüchterungsversuche bibeltreuer Christen

Das Medienmagazin Zapp berichtet im Juni 2009 über den Glauben und über intolerante Überzeugungen evangelikaler Christen, weiter über die Kritik daran in den Medien, vor allem aber über die heftigen Reaktionen von Evangelikalen auf solche kritischen Berichte. Der Fernsehbeitrag „Einschüchterung – Evangelikale attackieren Journalisten“ ist auf den Internetseiten des Norddeutschen Rundfunks nachzuschauen.



Radiodiskussion über christlichen Fundamentalismus

SWR2 Forum am 2.6.2009 mit dem Thema: Wachsende Popularität der Evangelikalen

In der 45-minütigen Hörfunk-Sendung diskutierten: Reinhard Hempelmann, Leiter der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW), Rolf Hille, Vorsitzender des Arbeitskreises für evangelikale Theologie und Oda Lambrecht, Buchautorin „Mission Gottesreich“. Moderator war Holger Gohla. Mehr Informationen sind auf den Internetseiten des Südwestrundfunks nachzulesen, die Sendung ist als Podcast von SWR2 Forum im Netz auch nachzuhören.



Deutschlandradio zu „Mission Gottesreich“

Buchrezension im Radiofeuilleton

Die Autoren Oda Lambrecht und Christian Baars nehmen die evangelikalen Gemeinschaften und Pfingstkirchen „kritisch unter die Lupe“, heißt es in dem Deutschlandradio-Bericht „Die Außenseiter“ vom 3.6.2009. Die Anhänger dieser Gemeinschaften würden sie „Fundamentalisten“ nennen, „und das ganz bewusst“, so die Buchkritikerin des Radiosenders. „Lambrecht und Baars geben einen Überblick über Missions-, Bildungs- und Medienaktivitäten.“ Sie fragten an zwei „neuralgischen Punkten inhaltlich nach, bei der Einstellung zur Sexualität, besonders der vehementen Ablehnung der Homosexualität und zur Schöpfungs- beziehungsweise Evolutionslehre, so die Rezensentin. Damit zeichneten die Buchautoren das Bild einer sehr engen Welt, in der oft der Gemeindeleiter vorgebe, an welchen Idealen von keuschem Leben und unkritischer Bibelgläubigkeit sich die Gläubigen zu orientieren hätten. Die vollständige Kritik ist auf den Internetseiten vom Deutschlandradio nachzulesen.



„Auswüchse“

Evangelikaler Pastor kritisiert Kirchentag in Bremen

„Junge Menschen, die spontan einen Chor bildeten und zur Ehre unseres Herrn Loblieder sangen“, das war eines der schönen Erlebnisse des evangelikalen Bremer Pastors Olaf Latzel auf dem Kirchentag 2009. In der Zeitschrift ideaSpektrum zieht er Bilanz. Darin lobt Latzel auch „wertvolle Begegnungen mit Geschwistern“ und „gesegnete Gespräche über den Inhalt des christlichen Glaubens“. Doch man könne den Kirchentag nicht uneingeschränkt eine gelungene Veranstaltung nennen, so Latzel. Er kritisiert vor allem gemeinsame Veranstaltungen mit Gläubigen anderer Religionen. Interreligiöse Gebetstreffen mit Muslimen und den Austausch mit Buddhisten bezeichnet er als „Auswüchse“. Theologische Diskussionen über die Notwendigkeit des Kreuzestodes Jesu scheinen ihm unerträglich genau wie Veranstaltungen für homosexuelle Christen – Latzel nennt sie „Veranstaltungen der homosexuellen Lobby“. Der bibeltreue Pastor einer Landeskirche will deshalb laut ideaSpektrum das Lied „O komm, du Geist der Wahrheit“ mit „noch mehr Inbrunst“ singen. Darin heißt es auch: „Unglaub und Torheit brüsten sich frecher jetzt als je, darum musst du uns rüsten mit Waffen aus der Höh.“
Evangelikale meinen, dass ihr bibeltreuer Glauben der beste Weg für alle Menschen sei. Deshalb lehnen viele andere Religionen ab. Homosexualität gilt für die meisten evangelikalen Christen als Sünde, zum Teil sogar als Krankheit.

Quelle: ideaSpektrum Nr. 22, 27. Mai 2009, S. 27.



„Heikler Flirt“

Annäherung zwischen dem EKD-Ratsvorsitzenden und den Evangelikalen

Bischof Wolfgang Huber versuche, die Evangelikalen zu umarmen, schreibt die Berliner Zeitung taz in ihrem Artikel „Huber und die Evangelikalen“ am 20.5.2009. Der Ratsvorsitzende der „Evangelischen Kirche in Deutschland“ (EKD) verteidige die bibeltreue Bewegung gegen Fundamentalismusvorwürfe und habe sich demonstrativ hinter die Organisatoren von evangelikalen Großveranstaltungen gestellt. Das nähre die Sorge, Huber umwerbe zu sehr die Evangelikalen. „Jene rund 1,4 Millionen Bibeltreuen also, die Homosexualität meist verdammen, die Emanzipation ablehnen und Darwin genauso skeptisch betrachten wie den Pluralismus.“ Kritiker beklagen laut taz den wachsenden Einfluss der evangelikalen Christen. Liberale Kirchenmitglieder hofften auch deshalb auf einen Richtungswechsel an der Kirchenspitze. Denn im Herbst 2009 wählt der EKD-Rat einen neuen Vorsitzenden.