Blog-Info

Christliche Fundamentalisten halten ihren Glauben für den einzig wahren. Die Bibel ist Glaubensgrundlage und gleichzeitig strenges Regelwerk für den Alltag. Andere Religionen lehnen sie ab, alle Nichtchristen wollen sie bekehren. Homosexualität gilt als Sünde. Sex vor der Ehe ist verpönt. Die Evolutionstheorie stellen sie in Frage. Und bibeltreue Lobbyvereine bemühen sich um Einfluss auf Politik und Medien. Wir wollen kritisch über die Evangelikale Bewegung berichten.
Unser Buch "Mission Gottesreich – Fundamentalistische Christen in Deutschland" bietet einen Überblick. In dem Blog wollen wir weiter über Beiträge, Gemeinschaften und Veranstaltungen von Evangelikalen informieren sowie auf andere Berichte über Evangelikale hinweisen. Außerdem veröffentlichen wir hier Reaktionen auf das Buch.

„Auswüchse“

Evangelikaler Pastor kritisiert Kirchentag in Bremen

„Junge Menschen, die spontan einen Chor bildeten und zur Ehre unseres Herrn Loblieder sangen“, das war eines der schönen Erlebnisse des evangelikalen Bremer Pastors Olaf Latzel auf dem Kirchentag 2009. In der Zeitschrift ideaSpektrum zieht er Bilanz. Darin lobt Latzel auch „wertvolle Begegnungen mit Geschwistern“ und „gesegnete Gespräche über den Inhalt des christlichen Glaubens“. Doch man könne den Kirchentag nicht uneingeschränkt eine gelungene Veranstaltung nennen, so Latzel. Er kritisiert vor allem gemeinsame Veranstaltungen mit Gläubigen anderer Religionen. Interreligiöse Gebetstreffen mit Muslimen und den Austausch mit Buddhisten bezeichnet er als „Auswüchse“. Theologische Diskussionen über die Notwendigkeit des Kreuzestodes Jesu scheinen ihm unerträglich genau wie Veranstaltungen für homosexuelle Christen – Latzel nennt sie „Veranstaltungen der homosexuellen Lobby“. Der bibeltreue Pastor einer Landeskirche will deshalb laut ideaSpektrum das Lied „O komm, du Geist der Wahrheit“ mit „noch mehr Inbrunst“ singen. Darin heißt es auch: „Unglaub und Torheit brüsten sich frecher jetzt als je, darum musst du uns rüsten mit Waffen aus der Höh.“
Evangelikale meinen, dass ihr bibeltreuer Glauben der beste Weg für alle Menschen sei. Deshalb lehnen viele andere Religionen ab. Homosexualität gilt für die meisten evangelikalen Christen als Sünde, zum Teil sogar als Krankheit.

Quelle: ideaSpektrum Nr. 22, 27. Mai 2009, S. 27.