Blog-Info

Christliche Fundamentalisten halten ihren Glauben für den einzig wahren. Die Bibel ist Glaubensgrundlage und gleichzeitig strenges Regelwerk für den Alltag. Andere Religionen lehnen sie ab, alle Nichtchristen wollen sie bekehren. Homosexualität gilt als Sünde. Sex vor der Ehe ist verpönt. Die Evolutionstheorie stellen sie in Frage. Und bibeltreue Lobbyvereine bemühen sich um Einfluss auf Politik und Medien. Wir wollen kritisch über die Evangelikale Bewegung berichten.
Unser Buch "Mission Gottesreich – Fundamentalistische Christen in Deutschland" bietet einen Überblick. In dem Blog wollen wir weiter über Beiträge, Gemeinschaften und Veranstaltungen von Evangelikalen informieren sowie auf andere Berichte über Evangelikale hinweisen. Außerdem veröffentlichen wir hier Reaktionen auf das Buch.

„Evangelikale als eine Macht in der deutschen Politik“

Die Welt berichtet über bibeltreue Volksvertreter

Strenggläubige evangelische Christen, denen die Bibel als getreues Wort Gottes gelte, lebten nicht nur in den USA, so Die Welt im August 2009. Auch in Deutschland gebe es sie. Mehrere Unionspolitiker, darunter CDU-Fraktionschef Voker Kauder, gehörten dazu, schreibt die Autorin Mariam Lau. Das Wort Evangelikale höre Kauder zwar nicht so gern, bei dem evangelikalen Dachverband „Deutsche Evangelische Allianz“ fühle er sich aber wohl. Nach Schätzungen des Verbandes leben in Deutschland etwa 1,3 Millionen evangelikale Christen. Die Bibel als Gottes unmittelbares Wort, der Auftrag zur Mission, die große Bedeutung des Lebens Jesu für den eigenen Alltag, die Sündhaftigkeit des Menschen – all das lasse Kauder für sich gelten, heißt es in dem Artikel.

Die Journalistin schreibt auch, dass Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff und der Vorsitzende der CDU-Fraktion im sächsischen Landtag, Steffen Flath, zum Kuratorium des Evangelisten-Netzwerks „ProChrist“ gehörten. Die Vorsitzende der Frauen-Union, Maria Böhmer, und der Vorsitzende der Senioren-Union, Otto Wulff, schickten laut Welt Grußworte, als christliche „Lebensschützer“ mit tausend weißen Holzkreuzen in der Berliner Innenstadt gegen Abtreibungen protestierten.

Und der CDU-Politiker Hermann Gröhe, Staatsminister im Bundeskanzleramt, findet offenbar, dass man es sich in Deutschland mit den Evangelikalen zu leicht mache. „Zuerst wurden sie ignoriert, nun werden sie dämonisiert“, zitiert ihn Die Welt. Zu lange habe man bei uns „Gottvergessenheit für Aufgeklärtheit“ gehalten, so Gröhe. Der vollständige Artikel ist auf den Internetseiten der Welt nachzulesen.