Blog-Info

Christliche Fundamentalisten halten ihren Glauben für den einzig wahren. Die Bibel ist Glaubensgrundlage und gleichzeitig strenges Regelwerk für den Alltag. Andere Religionen lehnen sie ab, alle Nichtchristen wollen sie bekehren. Homosexualität gilt als Sünde. Sex vor der Ehe ist verpönt. Die Evolutionstheorie stellen sie in Frage. Und bibeltreue Lobbyvereine bemühen sich um Einfluss auf Politik und Medien. Wir wollen kritisch über die Evangelikale Bewegung berichten.
Unser Buch "Mission Gottesreich – Fundamentalistische Christen in Deutschland" bietet einen Überblick. In dem Blog wollen wir weiter über Beiträge, Gemeinschaften und Veranstaltungen von Evangelikalen informieren sowie auf andere Berichte über Evangelikale hinweisen. Außerdem veröffentlichen wir hier Reaktionen auf das Buch.

„Punkmusik und der Kampf gegen den Teufel“

Religionswissenschaftler über die evangelikale Jugendgemeinschaft „Jesusfreaks“

„Die Jesusfreaks sehen den Teufel als genauso wirklich an wie die Wiederkehr Jesu und das baldige Ende der Welt“, schreibt der Religionswissenschaftler Sebastian Schüler Ende Juli 2009. Die evangelikale Jugendgemeinschaft vertritt seiner Einschätzung nach „konservative bis anti-moderne“ Ansichten. Die Anhänger kämpften für die „Erlösung aller Seeelen durch Jesus Christus“ und sähen sich selbst als „Jesuskrieger im Kampf gegen das Böse“, erklärt Schüler. Übermäßiger Alkoholkonsum oder Sex vor der Ehe seien für sie tabu. Der Wissenschaftler kritisiert: „Auch andere Religionen oder Homosexualität sind nach ihrer Überzeugung Werke des Satans.“

Die „Jesusfreaks“ schreiben über sich selbst, dass sie so leben wollten, wie Jesus es vorgelebt habe. Und weiter steht auf ihren Internetseiten: „Wir erleben, dass die Bibel Worte mit Explosionskraft hat und in ihren Aussagen über das Leben und Gott absolut wahr ist.“

Sebastian Schüler arbeitet am Bereich „Religion und Politik“ der Universität Münster und untersucht pfingstlich-charismatische Gemeinschaften. Anlass seiner Kritik war das Sommer-Festival 2009 der „Jesusfreaks“ im nordrhein-westfälischen Höxter – das sogenannte „Freakstock“. Schülers Kommentar ist auf den Internetseiten der Uni Münster nachzulesen. Über das evangelikale Festival hat unter anderem Welt Online berichtet.