Blog-Info

Christliche Fundamentalisten halten ihren Glauben für den einzig wahren. Die Bibel ist Glaubensgrundlage und gleichzeitig strenges Regelwerk für den Alltag. Andere Religionen lehnen sie ab, alle Nichtchristen wollen sie bekehren. Homosexualität gilt als Sünde. Sex vor der Ehe ist verpönt. Die Evolutionstheorie stellen sie in Frage. Und bibeltreue Lobbyvereine bemühen sich um Einfluss auf Politik und Medien. Wir wollen kritisch über die Evangelikale Bewegung berichten.
Unser Buch "Mission Gottesreich – Fundamentalistische Christen in Deutschland" bietet einen Überblick. In dem Blog wollen wir weiter über Beiträge, Gemeinschaften und Veranstaltungen von Evangelikalen informieren sowie auf andere Berichte über Evangelikale hinweisen. Außerdem veröffentlichen wir hier Reaktionen auf das Buch.

Haiti: „Verflucht“ durch „Pakt mit dem Teufel“

US-Fernsehprediger macht Menschen für Naturkatastrophe verantwortlich

Der prominente Fernsehprediger aus den USA, Pat Robertson, glaubt offenbar, dass die Sklaven in Haiti Anfang des 19. Jahrhunderts für das schwere Erdbeben Mitte Januar 2010 verantwortlich seien. Als sie sich 1804 gegen die Franzosen ihre Unabhängigkeit erkämpften, hätten sie einen „Pakt mit dem Teufel“ geschlossen, so Robertson. Dafür hätten sie dann die Freiheit bekommen, gleichzeitig sei die Karibikinsel aber „verflucht“ worden. Das sagte der evangelikale Prediger kurz nach dem Erdbeben in der Sendung „The 700 Club“ seines TV-Kanals „Christian Broadcasting Network“ (CBN).

Sein Pressesprecher erklärte auf der Internetseite des Senders, viele Gelehrte glaubten, dass Haiti mit einem Fluch belegt sei. Allerdings habe Robertson nie gesagt, das Beben sei eine Strafe Gottes gewesen. Nach einem Artikel der US-Zeitung Washington Post sagte sein Sprecher auch, der Kommentar von Robertson habe sich auf Voodoo-Rituale vor dem Sklavenaufstand bezogen. Die Internetzeitung Huffington Post berichtete ebenfalls über die Äußerung des Predigers und zeigt einen Ausschnitt der Sendung.