ARD-Politmagazin Panorama über christlich-fundamentalistische Missionare
„Dies ist ein Krieg und wir sind Soldaten. Ist es nicht wert dafür zu kämpfen? Ist es nicht wert dafür zu sterben?“, so warb die evangelikale Organisation „Jugend mit einer Mission“ für die Bekehrung Andersgläubiger. Das berichtete das ARD-Politmagazin Panorama im Oktober 2009. Danach hatte die fundamentalistische Organisation junge Menschen in islamisch geprägte Länder wie zum Beispiel nach Afghanistan oder in den Jemen geschickt. Für die „Missionseinsätze“ waren sie in sogenannten „Jüngerschaftsschulen” ausgebildet worden.
Drei Panorama-Reporterinnen hatten, als fromme Christinnen getarnt, eine solche Schule im sächsischen Herrnhut besucht. Eine Schülerin erzählte ihnen von ihrem letzten „Missionseinsatz“ in Afghanistan. Sie sagte, manche Muslime würden aggressiv reagieren, ein Freund von ihr sei in der Zeit umgebracht worden. Und auch sie sei bereit, ihr Leben zu lassen.
Als das ZDF einige Wochen zuvor auch einen Beitrag über christlich-fundamentalistische Missionare gezeigt hatte, protestierten nicht nur evangelikale Vertreter, sondern auch der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland. Er wandte sich gegen die angeblich diffamierende und verunglimpfende Berichterstattung. Damit stellte sich die EKD demonstrativ vor die radikalen Missionare. Der Theologe und Publizist Uwe Birnstein sagte in dem Panorama-Beitrag, dies zeige, dass die Kirche „nach rechts oder ins Fundamentalistische“ rücke. Hintergrund sei deren sinkende Mitgliederzahl.
Dagegen rechtfertigte die Hamburger Bischöfin Maria Jepsen die Kritik am ZDF. „Wir haben auch Evangelikale in unseren Reihen“, so Jepsen in der ARD, und wenn Evangelikale so pauschal angegriffen würden, würden wir mit angegriffen. Doch die Bischöfin zeigte sich schockiert, als Panorama ihr das Werbevideo von „Jugend mit einer Mission“ vorführte. „Das ist fundamentalistisch, das ist krank. Ich würde mit allen möglichen Mitteln sehen, denen muss man das Handwerk legen, den Erwachsenen“, sagte Jepsen.
Der Beitrag ist auf den Internetseiten von Panorama zu sehen.