Evangelikaler Theologe sieht Religions- und Meinungsfreiheit in Gefahr
Der evangelikale Theologe Thomas Schirrmacher ist offenbar der Ansicht, dass Christen in unserer Gesellschaft vom Staat bekämpft und verfolgt werden. “Das Mittel der Christenverfolgung und der Religionsbedrückung war damals wie heute in der westlichen Welt die Rechtsprechung und die Gesetzgebung”, schreibt Schirrmacher Mitte Januar 2010 in seinem Artikel “Der aufziehende Kulturkampf 2.0″.
Der evangelikale Christ glaubt, dass viele Kräfte “gegenüber den friedlichen Kirchen von heute” einen “Kulturkampf” anstreben und organisieren. Seiner Ansicht nach will “man” die Kirchen zwingen, so zu denken und zu handeln, wie die “veröffentlichte” Meinung. Als Beispiele nennt er unter anderem die Themen Abtreibung, Sexualität, Ehe und Gender Mainstream.
Schirrmacher sieht die Religionsfreiheit auch durch die Europäische Union in Gefahr. Statt die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, grase die EU die Gesetzgebung ab, wo Kirchen als Religionsgemeinschaft vermeintliche Sonderrechte hätten, schreibt der bibeltreue Theologe. “Bestimmte politische Kräfte in der EU” würden die christlichen Kirchen “in die Knie zwingen” wollen. Nach Ansicht von Schirrmacher sollen “Menschen mundtot gemacht werden”. Deshalb ist es für ihn wichtig, dass man Gott mehr gehorche, wenn der Staat einen vor die Wahl stelle.
Trotz der angeblichen Christenverfolgung in Deutschland und Europa scheint er sich um die Zukunft nicht wirklich zu sorgen. Denn er schreibt: “Die christlichen Kirchen haben die Feindschaft und den Untergang Roms überlebt, den Nationalsozialismus, den Stalinismus und den Maoismus und viele weniger brutale Herausforderungen.”
Thomas Schirrmacher ist Rektor des evangelikalen “Martin Bucer Seminars” und arbeitet unter anderem für den evangelikalen Dachverband “Deutsche Evangelische Allianz”. In einer ausführlichen Kritik unseres Buches “Mission Gottesreich – Fundamentalistische Christen in Deutschland” warf Schirrmacher auch uns Diskriminierung von Christen vor.