Blog-Info

Christliche Fundamentalisten halten ihren Glauben für den einzig wahren. Die Bibel ist Glaubensgrundlage und gleichzeitig strenges Regelwerk für den Alltag. Andere Religionen lehnen sie ab, alle Nichtchristen wollen sie bekehren. Homosexualität gilt als Sünde. Sex vor der Ehe ist verpönt. Die Evolutionstheorie stellen sie in Frage. Und bibeltreue Lobbyvereine bemühen sich um Einfluss auf Politik und Medien. Wir wollen kritisch über die Evangelikale Bewegung berichten.
Unser Buch "Mission Gottesreich – Fundamentalistische Christen in Deutschland" bietet einen Überblick. In dem Blog wollen wir weiter über Beiträge, Gemeinschaften und Veranstaltungen von Evangelikalen informieren sowie auf andere Berichte über Evangelikale hinweisen. Außerdem veröffentlichen wir hier Reaktionen auf das Buch.

“Vergiftet von Scham”

Frauenzeitschrift über die Jugend in einer fundamentalistischen Gemeinde

Die Frauenzeitschrift Brigitte berichtet Mitte Februar 2010 über eine Frau, die sich als junge Erwachsene aus einer christlich-fundamentalistischen Gemeinde gelöst hat. Sie war in die strenggläubige Gemeinschaft hineingeboren worden, doch als Jugendliche begann sie zu zweifeln.

Gott wolle keinen Sex vor der Ehe, sagten ihr zum Beispiel laut Brigitte die Erwachsenen. Parties, Alkohol, bestimmte Musik und Kleidung – alles galt als böse nach den Glaubensregeln der Gemeinschaft. Aus Sicht der jungen Frau bestand ihr Leben aus “Verbotsschildern”, die sie jedoch heimlich umging. “Eigentlich habe ich mich immer geschämt, meine ganze Jugend war vergiftet von Scham”, erzählte sie der Frauenzeitschrift.

Eines Tages fragte sie ihr Pastor, ob sie mit ihrem Freund schlafe. Da war sie 19 Jahre alt. Nachdem sie “Ja” gesagt hatte, erklärte der Prediger, dass das Sünde sei. Sie musste die Gemeinde verlassen. Doch sie empfand den Rauswurf als Schritt in die “Freiheit”. Brigitte zitiert die Frau: “Wenn Gott wirklich so groß, so stark und so mächtig ist, wie man es mich von klein auf gelehrt hat, dann kommt er auch ohne mich und meinen Glauben zurecht.”

Quelle: “Endlich ungläubig” In: Brigitte Nr. 5, 10.02.2010, S. 106 – 108