Reportage über die Stuttgarter “Biblische Glaubens Gemeinde” im Freitag
Für den Autor Jörn Dege ist es eine christliche Parallelwelt, die sich rund um die evangelikale “Biblische Glaubens Gemeinde” (BGG) in Stuttgart entwickelt hat. Über diese berichtet er in der Zeitung der Freitag Ende Mai 2010. Mehr als 4000 Menschen besuchen nach seinen Angaben jedes Wochenende die Freikirche in Baden-Württemberg. Sie verbinde “radikale Frömmigkeit mit modernem Entertainment”.
Er beschreibt Jugendliche im Gottesdienst, die T-Shirts mit der Aufschrift “Salvation” oder “Geist ist Geil” tragen. Die “Lobpreis”-Musik nennt er “Wohlfühlpop”. Er schreibt über eine Studentin, die mit geschlossenen Augen lächele, “als würde ihr jemand Zärtlichkeiten ins Ohr flüstern”. Ein Mann streckt demnach die Faust nach oben und ruft: “Ja, Herr!”
In dieser Gemeinde werde besonders auf die “Erfahrung mit dem Heiligen Geist” wert gelegt. Dege zitiert die evangelische Pfarrerin Annette Kick, die die BBG für “anti-modern” hält. Im Mittelpunkt der Gottesdienste ständen, so Kick, die “sogenannten Geistesgaben: Prophetie, Heilung und die Zungenrede, Gebet in einer für die Betenden fremden Sprache”. Krankheiten, psychische Leiden und Armut würden häufig auf “dämonische Einflüsse” zurückgeführt. Annette Kick berichtet auch von starken psychischen Abhängigkeiten zwischen Gläubigen und dem Gemeindeleiter und “Seelsorger”, Peter Wenz.
Eindrucksvoll beschreibt der Autor die Spendenaufrufe im Gottesdienst. Demnach wiederholt Prediger Wenz mehrfach, dass die Gemeinde finanzielle Unterstützung brauche und, dass wer reichlich säe, auch reichlich ernten werde. “Blaue Eimerchen” für die “Opfer” würden gleich mehrfach durch die Reihen gereicht, so Dege.
Auch die taz berichtete 2009 in ihrem Artikel “Um Gottes Willen” unter anderem über die BGG, und der Südwestrundfunk zeigte 2008 über die Gemeinde den Dokumentarfilm “Mein Erlöser lebt“.