Blog-Info

Christliche Fundamentalisten halten ihren Glauben für den einzig wahren. Die Bibel ist Glaubensgrundlage und gleichzeitig strenges Regelwerk für den Alltag. Andere Religionen lehnen sie ab, alle Nichtchristen wollen sie bekehren. Homosexualität gilt als Sünde. Sex vor der Ehe ist verpönt. Die Evolutionstheorie stellen sie in Frage. Und bibeltreue Lobbyvereine bemühen sich um Einfluss auf Politik und Medien. Wir wollen kritisch über die Evangelikale Bewegung berichten.
Unser Buch "Mission Gottesreich – Fundamentalistische Christen in Deutschland" bietet einen Überblick. In dem Blog wollen wir weiter über Beiträge, Gemeinschaften und Veranstaltungen von Evangelikalen informieren sowie auf andere Berichte über Evangelikale hinweisen. Außerdem veröffentlichen wir hier Reaktionen auf das Buch.

Strafanzeige wegen Aufrufs zur Züchtigung

Nach NDR-Bericht über evangelikale Erziehungsratgeber erstattet Grüne Anzeige

Die eigenen Kinder mit der Rute züchtigen, weil das so in der Bibel steht – christliche Prediger, die dazu aufrufen oder Buchverlage, die solche Thesen verbreiten, rufen nach Ansicht der Grünenpolitikerin Miriam Staudte zu Straftaten auf. Das berichtet ndr.de Ende Dezember 2011. Deshalb hat die stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Niedersächsischen Landtag laut NDR Strafanzeige gestellt: gegen die Herausgeber von derartigen evangelikalen Erziehungsratgebern sowie gegen den Prediger Wilfried Plock.

Der Bericht ist auf den Internetseiten des Norddeutschen Rundfunks nachzulesen. Auch das evangelikale Magazin Idea berichtet Ende Dezember 2011 über die Debatte. In dem Artikel bezeichnet ein christlich-fundamentalistischer Verlag den NDR-Bericht als “Kampagne gegen die Bibel selbst” und ein weiterer die Politik der Grünen als “gesellschaftszerstörerisch”. Hier noch einmal der NDR-Artikel über evangelikale Erziehungsratgeber, in denen geraten wird, Kinder zu schlagen.



Kinder schlagen im Namen Gottes

Der NDR berichtet über christlich-fundamentalistische Erziehungsratgeber

Ein Autor empfiehlt, das Kind in einen privaten Raum zu führen, ihm zu sagen, wie viele Schläge es bekomme und dann die Hose auszuziehen. “Der Grund ist offensichtlich: Ich will nicht, dass die Wirkung der Züchtigung durch die Hose verloren geht.” So zitiert ndr.de im Dezember 2011 aus dem Vortrag eines christlich-fundamentalistischen Predigers.

Auch in Erziehungsratgebern, die in einigen evangelikalen Freikirchen verbreitet werden, rufen die Herausgeber zu Gewalt in der Erziehung auf, obwohl Kinder in Deutschland laut Gesetz ein Recht auf gewaltfreie Erziehung haben. Die evangelische Landeskirche Hannover zeigt sich entsetzt. “Wir werden jetzt genauer hinschauen müssen”, sagte Oberlandeskirchenrätin Gäfgen-Track. Der Artikel ist auf den Internetseiten von ndr.de nachzulesen.



Bibel im Bio-Unterricht: “Kreationistischer Hokuspokus”

Die Süddeutsche Zeitung berichtet über evangelikale Schulen

Zehntausende Schüler lernen in Deutschland an freikirchlichen Bekenntnisschulen. Das berichtet sueddeutsche.de im Dezember 2011. Die Grundlage für den Unterricht dieser staatlich anerkannten Schulen  sei die Bibel – und zwar nicht nur für den Religionsunterricht, sondern für alle Fächer.

Glauben und Wissenschaft würden deshalb auch in den Naturwissenschaften vermischt. So würden evangelikale Lehrer zwar die Evolutionstheorie lehren, gleichzeitig aber ihre Ablehnung deutlich zeigen. Denn Lehrer an christlich-fundamentalistischen Schulen glauben in der Regel, dass die Erde von Gott erschaffen wurde, so wie es in der Bibel steht. Und diesen Glauben vermitteln sie auch im Biologie-Unterricht.

Wissenschaftler warnen deshalb laut Süddeutsche Zeitung vor “kreationistischem Hokuspokus” und einem “unakzeptablen Gemisch aus Fakten und Fiktionen”. Der Beitrag “Wenn die Bibel zum Gesetz wird” ist auf den Seiten von sueddeutsche.de nachzulesen.