Blog-Info

Christliche Fundamentalisten halten ihren Glauben für den einzig wahren. Die Bibel ist Glaubensgrundlage und gleichzeitig strenges Regelwerk für den Alltag. Andere Religionen lehnen sie ab, alle Nichtchristen wollen sie bekehren. Homosexualität gilt als Sünde. Sex vor der Ehe ist verpönt. Die Evolutionstheorie stellen sie in Frage. Und bibeltreue Lobbyvereine bemühen sich um Einfluss auf Politik und Medien. Wir wollen kritisch über die Evangelikale Bewegung berichten.
Unser Buch "Mission Gottesreich – Fundamentalistische Christen in Deutschland" bietet einen Überblick. In dem Blog wollen wir weiter über Beiträge, Gemeinschaften und Veranstaltungen von Evangelikalen informieren sowie auf andere Berichte über Evangelikale hinweisen. Außerdem veröffentlichen wir hier Reaktionen auf das Buch.

Die Gottestreuen

SWR2-Feature über strenggläubige Christen

Täglich lesen sie ihre Bibel, Jesus steht an erster Stelle ihres Lebens. Gottes Wort ist Wahrheit, die Welt von ihm kreiert. Seine Gebote sind Gesetz. So sind sie gegen Ehebruch, gegen Homosexualität, gegen die Götter anderer Religionen. Gottestreue glauben, dass man keinen Sex vor der Ehe haben soll und auch, dass man Kinder züchtigen darf, wenn es nötig ist. So heißt es in der Ankündigung des SWR2-Radiobeitrags “Die Gottestreuen”. In dem Feature der Autorin Claudia Schreiber kommen strenggläubige Christen verschiedener Gemeinden zu Wort – nachzuhören auf den Internetseiten des Südwestrundfunks.



“Antichristliche Geistesmächte”

Bibeltreue Organisation sieht sich durch liberale Gesellschaft bedroht

Erdbeben, Klimawandel, Weltfinanzkrise, Kriege und Terrorismus – die bibeltreue “Internationale Konferenz Bekennender Gemeinschaften” (IKBG) sieht darin Zeichen einer sogenannten “Endzeit”. Das schreibt die Organisation im Februar 2010 in ihrer “Eschatologischen Orientierungshilfe”. Ihre Mitglieder glauben daran, dass Jesus auf die Erde zurückkehren wird.

Die Zeitspanne vor der erwarteten “Wiederkunft” nennen sie “Endzeit”. Ihrer Ansicht nach gewinnt in dieser Zeit das “Böse” an Einfluss. In ihrem Text schreibt die IKBG, dass nicht nur die oben genannten Katastrophen “bedrohliche Vorzeichen” seien. Weiter heißt es: “Dazu gesellen sich gefährliche Ideologien, d.h. Ersatzreligionen ohne Gottesbezug, wie der Nationalismus, Marxismus, Feminismus und ein Liberalismus, der seiner eigenen Beliebigkeit folgt.”

Die Mitglieder der Organisation fühlen sich demnach bedroht durch “verführerische antichristliche Geistesmächte”. Es sei mit einer zunehmenden “Gesetzlosigkeit” und einem “massiven ethischen Verfall” zu rechnen. Teil des “Bösen” sind für sie unter anderem Homosexuelle (die hier als “aggressiv” beschrieben werden) und Abtreibungen (die hier als “größter Massenmord seit Menschengedenken” bezeichnet werden).

Zu der “Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften” gehören in Deutschland verschiedene evangelikale Gemeinschaften, die sich gegenüber liberalen Protestanten stark abgrenzen, da sie eine historisch-kritische Bibelauslegung strikt ablehnen.