SWR2-Feature über strenggläubige Christen
Täglich lesen sie ihre Bibel, Jesus steht an erster Stelle ihres Lebens. Gottes Wort ist Wahrheit, die Welt von ihm kreiert. Seine Gebote sind Gesetz. So sind sie gegen Ehebruch, gegen Homosexualität, gegen die Götter anderer Religionen. Gottestreue glauben, dass man keinen Sex vor der Ehe haben soll und auch, dass man Kinder züchtigen darf, wenn es nötig ist. So heißt es in der Ankündigung des SWR2-Radiobeitrags “Die Gottestreuen”. In dem Feature der Autorin Claudia Schreiber kommen strenggläubige Christen verschiedener Gemeinden zu Wort – nachzuhören auf den Internetseiten des Südwestrundfunks.
Auch Zeit Online berichtet über Wulffs Mitgliedschaft im “ProChrist”-Kuratorium
Sich als aktiver Christ zu bekennen, gehöre für einen CDU-Politiker zum guten Ton, schreibt Autorin Claudia Keller Ende Juli 2010 in der Internet-Ausgabe der Zeit. Doch Niedersachsens Ministerpräsident und Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten, Christian Wulff (CDU), bewege sich mit seinem Engagement für “christlich-evangelikale Kreise” in “durchaus fragwürdigen Kreisen”, so Keller. Der katholische Politiker ist Mitglied im Kuratorium der evangelikal geprägten Organisation “ProChrist”. Der Artikel “Katholik, der mit Evangelikalen kungelt” ist bei Zeit Online nachzulesen. Auch der Tagesspiegel berichtete.
Theologin Dietrich spricht im Deutschlandradio über “fundamentalistische Bewegung”
Niedersachens Ministerpräsident und Kandidat für das Amt des deutschen Bundespräsidenten, Christian Wulff (CDU), ist Mitglied im Kuratorium der evangelikalen Organisation “ProChrist”. Über die bibeltreue Bewegung sprach deshalb Moderator Frank Meyer Ende Juli 2010 im Deutschlandradio mit der Theologin und Journalistin Kirsten Dietrich. In dem Interview bezeichnete Dietrich “ProChrist” als “eine Art christlicher Eventmanager”, der Missionsveranstaltungen “für jeden Bedarf” organisiere.
Für die Theologin ist “ProChrist” eine “fundamentalistische Bewegung”. Fundamentalisten seien Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden, so Dietrich, als man sich von christlicher Seite aus gegen Entwicklungen wie zum Beispiel die Darwin’sche Evolutionstheorie oder moderne Bibelkritik gewehrt habe. Christliche Fundamentalisten – das sei “eine ganz unglaublich vielfältige und weit gefächerte Bewegung”, sagte die Theologin. Aber sie lasse sich immer wieder auf ihren fundamentalistischen Kern zurückführen – “also eine möglichst wörtliche Interpretation der Bibel und ein deutlicher Abstand zu allem, was man als Wissenschaft bezeichnen könnte”.
Für “politisch gefährlich” halte sie die Bewegung nicht, so Dietrich, da sie sich am Rand des Parteigeschehens halte. Für Menschen, die in diesen Gruppierungen drin seien, aber nicht “direkt ins Raster” passten, sei es jedoch schwierig – zum Beispiel für Homosexuelle. “Die finden in evangelikalen Gemeinden keinen Ort, die finden niemanden, der sie so akzeptiert, wie sie sind”, sagte die Theologin in dem Hörfunkgespräch.
“ProChrist” zeige deutlich, dass jede Religion “immer auch irrationale Elemente” habe. Religionen würden eine “Eigengesetzlichkeit” vertreten, die sage, “letztendlich ist Gott die höchste Autorität, die wir haben”. Dafür ständen diese Gruppen, so Dietrich. Ihrer Meinung nach steht dafür aber nicht der Bundespräsident – der sollte dafür stehen, “dass wir in einem Rechtsstaat leben und dass da die Autorität liegt”. Deshalb hält sie die Mitgliedschaft von Wulff bei “ProChrist” für falsch. Sie forderte: “Ich finde es sogar nötig, dass Christian Wulff von diesem Amt zurücktritt.”
Das Interview ist auf den Deutschlandradio-Internetseiten nachzulesen und nachzuhören. Weitere Blog-Texte zum Thema: “Nach Wulff-Auftritt bei ACP: Anhörung im Landtag“, “Wulff unterstützt evangelikale Organisation ‘ProChrist’“, “Nach Wulff-Auftritt: weitere Kritik am ACP“, “Wulff spricht vor umstrittener evangelikaler Organisation” und ein Blogbeitrag über die evangelikale Organisation “ProChrist” “Von Gott zurüsten lassen“.
Berichte über evangelikale Missionare bei der Fußball-Weltmeisterschaft
Die Moderatorin Liane von Billerbeck hat mit dem evangelischen Pfarrer Thorsten Leißer im Deutschlandradio über Missionsversuche während der WM und grundsätzlich über den evangelikalen Glauben gesprochen. “Freikirchliche Kurzzeitmissionare” seien bereits im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft nach Südafrika geschickt worden, berichtete Leißer Mitte Juni 2010. Da habe es zum Teil “sehr konzertierte Einsätze und Vorbereitungen” gegeben. Evangelikale Christen versuchten offenbar, ein Verbot der FIFA zu umgehen. Denn “religiöse Gesten in und um Stadien der Weltmeisterschaft herum” sind laut Deutschlandradio nicht erlaubt. Auch die Fincial Times Deutschland (FTD) schrieb darüber, dass die FIFA zum Beispiel das Beten auf dem Spielfeld verboten hat.
In dem Artikel “Christen missionieren unter Fußballfans” berichtet auch die evangelikale Zeitschrift ideaSpektrum Anfang Juni 2010 über Missionare in Südafrika. Darin heißt es nach Angaben des christlichen Netzwerks “The Ultimate Goal“: “Rund 3000 Kurzzeitmissionare aus aller Welt reisen während der Fußball-Weltmeisterschaft nach Südafrika, um dort den Fußballfans die christliche Botschaft weiterzusagen.”
Im Rahmen des Projekts “Kickstart” wurden laut ideaSpektrum mehr als zweihundert Südafrikaner “für evangelistische Einsätze” geschult. So sollen, “Menschen aus bisher kaum erreichten Regionen der Erde, die als Fans in das Land reisen, mit der Frohen Botschaft” erreicht werden, sagte laut der Zeitschrift Manfred Jung von der evangelikalen “Deutschen Missionsgemeinschaft“. “Kickstart” ist nach eigenen Angaben eine Initiative, die andere Menschen während der WM vom christlichen Glauben überzeugen will. Dabei sollen vor allem Muslime missioniert werden, heißt es auf der Internetseite von “Kickstart”. Für evangelikale Christen ist es eine der wichtigsten Lebensaufgaben, andere Menschen zum christlichen Glauben zu bringen. Die meisten erkennen andere Religionen nicht als gleichwertig an.
Das ganze Deutschlandradio-Interview mit dem Titel “Kicken für Christus” ist auf den Internetseiten des Hörfunksenders nachzulesen und nachzuhören.
Quelle: “Christen missionieren unter Fußballfans”. In: ideaSpektrum Nr. 23, 9. Juni 2010, S.12
Weitere Blog-Texte zum Thema Mission: “Sterben für Gott“, “Sterben für Jesus” und “Von Gott ‘zurüsten’ lassen“.
Das Online-Kulturmagazin Perlentaucher über den Präsidentschaftskandidaten
Auch Perlentaucher-Autor und -Gründer Thierry Chervel schreibt über den Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten Christian Wulff (CDU) und seine Mitgliedschaft im Kuratorium der evangelikalen Organisation “ProChrist“. Seinen Blog-Artikel “Christian Wulff und die Evangelikalen” veröffentlicht er in dem Internet-Kulturmagazin Mitte Juni 2010.
Chervel kritisiert darin unter anderem den “ProChrist”-Leiter Ulrich Parzany und schreibt, dass der Prediger “praktizierte Homosexualität” ablehne und glaube, dass Homosexualität “gewissermaßen heilbar” sei. Auch klinge eine Äußerung des Predigers wie ein “Bekenntnis zum Kreationismus”, so der Blog-Autor.
Die niedersächsische Staatskanzlei bestätigte Perlentaucher Wulffs Mitgliedschaft bei “ProChrist”. Der Ministerpräsident habe danach im Februar 2005 seine Bereitschaft zur Mitwirkung im Kuratorium für das Jahr 2006 erklärt, weil diesem auch der damalige EKD-Ratsvorsitzende Bischof Wolfgang Huber angehört habe, heißt es. Wulff habe 2006 ein Grußwort für eine Veranstaltung in Holzminden gesendet, so die Staatskanzlei laut Perlentaucher.
Am Ende seines Blog-Artikels fordert Chervel : “Wulff muss noch vor der Wahl in der Bundesversammlung aus dem Kuratorium von ‘ProChrist’ austreten.”
Weitere Blog-Texte zum Thema: “Nach Wulff-Auftritt bei ACP: Anhörung im Landtag“, “Wulff unterstützt evangelikale Organisation ‘ProChrist’“, “Nach Wulff-Auftritt: weitere Kritik am ACP“, “Wulff spricht vor umstrittener evangelikaler Organisation” und ein Blogbeitrag über die evangelikale Organisation “ProChrist” “Von Gott zurüsten lassen“.
taz über Reaktionen der Oppposition nach Wulff-Rede vor evangelikaler Organisation
Kurz vor seiner Nominierung zum Bundespräsidenten-Kandidaten war Christian Wulff (CDU) bei einer Veranstaltung der umstrittenen Organisation “Arbeitskreis Christlicher Publizisten” (ACP) aufgetreten. Kritiker werfen dem ACP christlich-fundamentalistische und extrem rechte Ansichten vor. Über Reaktionen von SPD, Grünen und Linkspartei berichten Mitte Juni 2010 taz und NDR. “Die Opposition sieht die Regierung blamiert, die CDU findet alles ganz normal”, schreibt der Autor Andreas Speit in seinem Artikel “Wulff’scher Fehltritt: Evangelikale sonnen sich in Landesvaters Glanz”.
Die Fraktionsvorsitzende der Linken im niedersächsischen Landtag Kreszentia Flauger halte den ACP für eine “christlich-fundamentalistische Lobbygruppe, die sich am rechten Rand” bewege, heißt es in der taz. In einer aktuellen Stunde habe sie gefragt, warum Wulff die Einladung der Organisation angenommen habe. Flauger findet laut taz, dass der Ministerpräsident mit seinem Besuch diese Kreise aufwerte. Auch Helge Limburg von der Grünen-Fraktion, wollte wissen, warum die Staatskanzlei die Einladung nicht abgelehnt habe. “Experten warnen doch schon lange vor dem ACP, weil er rechte Sichtweisen vertrete und eine klare Distanzierung von rechtsextremen Gedankengut vermissen lässt”, habe Limburg laut Speit gesagt.
Der Ministerpräsident fehlte nach Angaben der taz in der aktuellen Stunde. Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) vertrat ihn und wies die Kritik an Wulff zurück. Auf Flaugers Frage, ob Wulff in Zukunft auch bei islamischen Fundamentalisten Vorträge halten werde, habe Althusmann laut taz geantwortet: “Der Ministerpräsident wird keine Veranstaltung von verfassungsfeindlichen Organisationen besuchen.” Der Minister habe außerdem darauf hingewiesen, dass Wulff nicht automatisch die Meinung derjenigen teile, bei denen er einen Vortrag halte.
Wulff selbst sprach sich in der ARD-Sendung “Farbe bekennen” für einen Dialog zwischen Christentum, Judentum und Islam aus. Es sei ganz wesentlich, dass die monotheistischen Weltreligionen auch das Gemeinsame suchten, nicht nur das Trennende, um damit “die Gefahr der Parallelgesellschaft, des Gegeneinanders, Gewalttätigen und Fundamentalistischen” einzudämmen.
Auch der Norddeutsche Rundfunk berichtete über die Anhörung, hier nachzulesen. Weitere Blogtexte zum Thema: “Wulff unterstützt evangelikale Organisation ‘ProChrist’“, “Nach Wulff-Auftritt: weitere Kritik am ACP“, “Wulff spricht vor umstrittener evangelikaler Organisation” und ein Blogbeitrag über die evangelikale Organisation “ProChrist” “Von Gott zurüsten lassen“.
Polit-Blog Carta über den Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten
In dem Politik-Blog Carta schreibt der Autor Daniel Leisegang Anfang Juni 2010 über zwei der drei Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten, über den niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff (CDU) und den DDR-Bürgerrechtler Joachim Gauck. Leisegang berichtet in seinem Text auch, dass Wulff aktiv die Missionarsbewegung „ProChrist“ unterstütze und findet, dass sei ein “dunkler Fleck auf seiner ansonsten farblosen Weste”. Erst vor wenigen Tagen, am 19. Mai 2010, hatte der katholische Ministerpräsident auf einer Tagung der umstrittenen Organisation „Arbeitskreis Christlicher Publizisten“ (ACP) eine Rede gehalten.
„ProChrist“ wie auch der ACP widersetzten sich der „Verwässerung der biblischen Botschaft“ und würden für “fundamentalistische Standpunkte” eintreten, so Leisegang. “Sie befürworten den Kreationismus, hetzen gegen Homosexualität und lehnen Abtreibungen strikt ab”, schreibt er weiter. Sektenbeauftragte kritisierten demnach auch, dass sich der ACP mehr oder weniger direkt gegen den säkularen Verfassungsstaat ausspreche und bisweilen auch die Nähe zu rechtsextremen Parteien suche.
Weitere Blogtexte zum Thema: “Nach Wulff-Auftritt: weitere Kritik am ACP“, “Wulff spricht vor umstrittener evangelikaler Organisation” und ein Blogbeitrag über die evangelikale Organisation “ProChrist” “Von Gott zurüsten lassen“.
Über Christian Wulff: Portrait bei tagesschau.de, “Schon immer Präsident” bei sueddeutsche.de, “Ganz nach oben gelächelt” bei zeit.de. Und von Christian Wulff: Selbstdarstellung auf seiner Homepage.
Reportage über die Stuttgarter “Biblische Glaubens Gemeinde” im Freitag
Für den Autor Jörn Dege ist es eine christliche Parallelwelt, die sich rund um die evangelikale “Biblische Glaubens Gemeinde” (BGG) in Stuttgart entwickelt hat. Über diese berichtet er in der Zeitung der Freitag Ende Mai 2010. Mehr als 4000 Menschen besuchen nach seinen Angaben jedes Wochenende die Freikirche in Baden-Württemberg. Sie verbinde “radikale Frömmigkeit mit modernem Entertainment”.
Er beschreibt Jugendliche im Gottesdienst, die T-Shirts mit der Aufschrift “Salvation” oder “Geist ist Geil” tragen. Die “Lobpreis”-Musik nennt er “Wohlfühlpop”. Er schreibt über eine Studentin, die mit geschlossenen Augen lächele, “als würde ihr jemand Zärtlichkeiten ins Ohr flüstern”. Ein Mann streckt demnach die Faust nach oben und ruft: “Ja, Herr!”
In dieser Gemeinde werde besonders auf die “Erfahrung mit dem Heiligen Geist” wert gelegt. Dege zitiert die evangelische Pfarrerin Annette Kick, die die BBG für “anti-modern” hält. Im Mittelpunkt der Gottesdienste ständen, so Kick, die “sogenannten Geistesgaben: Prophetie, Heilung und die Zungenrede, Gebet in einer für die Betenden fremden Sprache”. Krankheiten, psychische Leiden und Armut würden häufig auf “dämonische Einflüsse” zurückgeführt. Annette Kick berichtet auch von starken psychischen Abhängigkeiten zwischen Gläubigen und dem Gemeindeleiter und “Seelsorger”, Peter Wenz.
Eindrucksvoll beschreibt der Autor die Spendenaufrufe im Gottesdienst. Demnach wiederholt Prediger Wenz mehrfach, dass die Gemeinde finanzielle Unterstützung brauche und, dass wer reichlich säe, auch reichlich ernten werde. “Blaue Eimerchen” für die “Opfer” würden gleich mehrfach durch die Reihen gereicht, so Dege.
Auch die taz berichtete 2009 in ihrem Artikel “Um Gottes Willen” unter anderem über die BGG, und der Südwestrundfunk zeigte 2008 über die Gemeinde den Dokumentarfilm “Mein Erlöser lebt“.
Vertreter der evangelischen Kirche spricht von “Vermittlungsorgan für Extremismus”
Sie wollen dafür sorgen, dass “biblische Denk- und Handlungsweisen” angemessen veröffentlicht werden, und dass “christliche Werte” in den Medien verteten sind – die Mitglieder des evangelikalen rechtskonservativen “Arbeitskreises Christlicher Publizisten” (ACP). 1991 bezeichnete das Nachrichtenmagazin Der Spiegel die Organisation als “ACP-Gemengsel freikirchlicher Eiferer, das gern Politiker vor seinen missionarischen Karren spannt”. Und auch heute noch versucht der ACP Politiker für seine Ziele einzuspannen.
Am 19. Mai 2010 trat nun Niedersachsens Ministerpräsident Wulff (CDU) bei einer Veranstaltung des “Arbeitskreises Christlicher Publizisten” auf und geriet deshalb in die Kritik. Der Weltanschauungsbeauftragte der evangelischen Landeskirche in Baden-Württemberg, Hansjörg Hemminger, hält es laut Norddeutschem Rundfunk für problematisch, dass sich seriöse Politiker aus dem bürgerlichen Lager auf Kontakte zum ACP einließen.
Hemminger erklärte dem NDR, am ACP sei verwerflich, dass er die “Werte und Institutionen unserer freiheitlichen Ordnung” zwar nicht aktiv bekämpfe, aber die Verfassung praktisch ständig in Frage stelle. Systematisch verkünde die Organisation den “Untergang des säkularen Verfassungsstaates”, da die Werte bedroht und die falschen Kräfte an der Macht seien. “Insofern ist der ACP ein Vermittlungsorgan für Extremismus und Fanatismus aus der rechten Ecke, aber auch aus dem Kreis der Sektierer”, sagte Hemminger dem NDR. Danach habe der ACP auch keine Probleme damit gehabt, ein Interview mit dem Chef der Partei der “Republikaner” abzudrucken, als diese noch als Rechtsextremisten vom Verfassungsschutz beobachtet worden seien.
Der ACP war für den NDR für eine telefonische Stellungnahme nicht zu erreichen. Die niedersächsische Staatskanzlei hatte den Vortrag bei der umstrittenen Organisation bereits zuvor gerechtfertigt – siehe auch Blogtext “Wulff spricht vor umstrittener evangelikaler Organisation“.
Evangelist spricht sich für Schläge als Erziehungsmethode aus
Die Bibel spreche “eindeutig” von der “Notwendigkeit und Nützlichkeit von Zucht”, findet der Evangelist Wolfgang Bühne aus Meinerzhagen nach Angaben der evangelikalen Zeitschrift ideaSpektrum Ende April 2010. “In bestimmten Fällen von bewusst bösartigem Verhalten kann das auch körperliche Zucht beinhalten”, so Bühne.
Er sei nicht für Ohrfeigen, aber für eine “weise körperliche Züchtigung”, wie sie die Bibel beschreibe. Zucht sollte allerdings “nie im Zorn”, sondern “aus echter Liebe”, “wohldosiert” und “angemessen an der Körperstelle vollzogen werden, die der Schöpfer besonders gut gepolstert hat”, erklärt Wolfgang Bühne – laut ideaSpektrum Vater von sieben Kindern.
Ein Aufruf zu Gewalt gegen Kinder? In Deutschland haben Kinder ein Recht auf gewaltfreie Erziehung, so steht es im Bürgerlichen Gesetzbuch: “Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.”
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