Evangelikaler Pastor berichtet nach dem Unglück von Bekehrungserfolgen
Rund fünfzig Teilnehmer der christlich-fundamentalistischen Missionsoffensive “Summer2Go” hatten an der Loveparade in Duisburg teilgenommen, um dort Menschen für ihren Glauben zu gewinnen. Auch der Leiter des pfingstlich-charismatischen Missionswerks “No Limit”, Werner Nachtigal, war dabei. Das berichtete das evangelikale Nachrichtenmagazin ideaSpektrum. Auf der Internetseite von “No Limit” hieß es Mitte August 2010: “Wir trainieren junge Menschen, das Evangelium zu verkünden”.
Nach der Massenpanik bei der Loveparade, bei der 21 Menschen ums Leben gekommen waren, berichtete Nachtigal dem bibeltreuen Magazin von seinen Missionserfolgen: Mehr als 30 Personen hätten sich entweder unmittelbar nach dem Unglück oder in den Tagen darauf für ein Leben als Christ entschieden. Außerdem soll ihm eine Frau davon erzählt haben, dass sie in ihrer Verzweiflung mitten im Gedränge zum ersten Mal in ihrem Leben zu Gott gebetet habe. Plötzlich sei ein “kräftiger Mann” gekommen und habe ihr rausgeholfen, sagte Nachtigal laut Bericht.
Werner Nachtigal ist Pastor im „Bund freikirchlicher Pfingstgemeinden“. Zu den mehr als eine Million evangelikalen Christen in Deutschland gehören nach Schätzungen zwischen 150.000 und 300.000 Anhänger der pfingstlich-charismatischen Bewegung. Sie feiern sehr emotionale, ekstatische Gottesdienste, die meisten glauben an Wunder, wie sie in der Bibel beschrieben werden. Pfingstlich-charismatische Christen meinen, dass ihnen der Heilige Geist bestimmte Gaben verleiht, die sogenannten Charismen. Dazu gehören zum Beispiel das Heilen von Krankheiten oder die Prophetie, das Vorhersehen von Ereignissen. Auf einem Werbeflyer von „Summer2Go 2009“ stand: „Heilt die Kranken, weckt die Toten auf und verkündigt das Evangelium.“
Quelle: ideaSpektrum Nr. 30/31, 5. August 2010, S.44
Bundespräsident lässt Mitgliedschaft bei umstrittener evangelikaler Organisation ruhen
Als Ministerpräsident hatte Christian Wulff (CDU) die Missionsorganisation “ProChrist” unterstützt – als Mitglied des Kuratoriums. Dafür war er scharf kritisiert worden. Als Bundespräsident ist Wulff nun nicht mehr Mitglied der evangelikal geprägten Organisation. Während seiner Amtszeit lasse er wegen der gebotenen Neutralität seine Mitgliedschaft ruhen, bestätigte die Pressestelle des Bundespräsidenten in Berlin.
Unter der Überschrift “Katholik, der mit Evangelikalen kungelt” hatte auch Zeit Online berichtet. Weitere Blog-Texte zum Thema: “Nach Wulff-Auftritt bei ACP: Anhörung im Landtag“, “Wulff unterstützt evangelikale Organisation ‘ProChrist’“, “Nach Wulff-Auftritt: weitere Kritik am ACP“, “Wulff spricht vor umstrittener evangelikaler Organisation” und ein Blogbeitrag über die evangelikale Organisation “ProChrist” “Von Gott zurüsten lassen“.
Früherer EKD-Ratsvorsitzender für Engagement bei evangelikaler Organisation
Wolfgang Huber, ehemaliger Ratsvorsitzender der “Evangelischen Kirche Deutschlands” (EKD), hat die Mitgliedschaft des neuen Bundespräsidenten Christian Wulff im Kuratorium der evangelikalen Organisation “ProChrist” verteidigt. Nach Angaben des Evangelischen Pressedienstes (epd) sagte Huber Ende Juni 2010 in München, er sei froh darüber, dass sich Politiker als Christen erkennbar machten.
Das Kuratorium von “ProChrist” sei ein reines Ehrengremium, so Huber laut epd, es habe keinen unmittelbaren Einfluss auf Planung und Gestaltung von “ProChrist”-Veranstaltungen. Dieser Einsatz komme aus der Überzeugung heraus, dass es wichtig sei, Menschen zu erreichen, denen der Glaube fremd geworden sei. In der Diskussion über “ProChrist” sieht Huber den Versuch, eine “neue Debatte über Evangelikale in der EKD und in den Freikirchen anzuzetteln, die nicht besonders zielführend ist”.
Bundespräsident Wulff war wegen seiner Mitgliedschaft bei “ProChrist” scharf kritisiert worden. Die Theologin Kirsten Dietrich zum Beispiel bezeichnete die evangelikal geprägte Organisation “ProChrist” als “fundamentalistische Bewegung”. Mehrere Kritiker forderten den Austritt Wulffs aus der umstrittenen Missionsbewegung. Zuvor war Wulff auch für seine Rede vor der evangelikalen Organisation “Arbeitskreis Christlicher Publizisten” (ACP) kritisiert worden. Kritiker – auch aus den Landeskirchen – werfen dem ACP nicht nur fundamentalistische, sondern auch extrem rechte Ansichten vor.
Auch Zeit Online berichtet über Wulffs Mitgliedschaft im “ProChrist”-Kuratorium
Sich als aktiver Christ zu bekennen, gehöre für einen CDU-Politiker zum guten Ton, schreibt Autorin Claudia Keller Ende Juli 2010 in der Internet-Ausgabe der Zeit. Doch Niedersachsens Ministerpräsident und Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten, Christian Wulff (CDU), bewege sich mit seinem Engagement für “christlich-evangelikale Kreise” in “durchaus fragwürdigen Kreisen”, so Keller. Der katholische Politiker ist Mitglied im Kuratorium der evangelikal geprägten Organisation “ProChrist”. Der Artikel “Katholik, der mit Evangelikalen kungelt” ist bei Zeit Online nachzulesen. Auch der Tagesspiegel berichtete.
Theologin Dietrich spricht im Deutschlandradio über “fundamentalistische Bewegung”
Niedersachens Ministerpräsident und Kandidat für das Amt des deutschen Bundespräsidenten, Christian Wulff (CDU), ist Mitglied im Kuratorium der evangelikalen Organisation “ProChrist”. Über die bibeltreue Bewegung sprach deshalb Moderator Frank Meyer Ende Juli 2010 im Deutschlandradio mit der Theologin und Journalistin Kirsten Dietrich. In dem Interview bezeichnete Dietrich “ProChrist” als “eine Art christlicher Eventmanager”, der Missionsveranstaltungen “für jeden Bedarf” organisiere.
Für die Theologin ist “ProChrist” eine “fundamentalistische Bewegung”. Fundamentalisten seien Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden, so Dietrich, als man sich von christlicher Seite aus gegen Entwicklungen wie zum Beispiel die Darwin’sche Evolutionstheorie oder moderne Bibelkritik gewehrt habe. Christliche Fundamentalisten – das sei “eine ganz unglaublich vielfältige und weit gefächerte Bewegung”, sagte die Theologin. Aber sie lasse sich immer wieder auf ihren fundamentalistischen Kern zurückführen – “also eine möglichst wörtliche Interpretation der Bibel und ein deutlicher Abstand zu allem, was man als Wissenschaft bezeichnen könnte”.
Für “politisch gefährlich” halte sie die Bewegung nicht, so Dietrich, da sie sich am Rand des Parteigeschehens halte. Für Menschen, die in diesen Gruppierungen drin seien, aber nicht “direkt ins Raster” passten, sei es jedoch schwierig – zum Beispiel für Homosexuelle. “Die finden in evangelikalen Gemeinden keinen Ort, die finden niemanden, der sie so akzeptiert, wie sie sind”, sagte die Theologin in dem Hörfunkgespräch.
“ProChrist” zeige deutlich, dass jede Religion “immer auch irrationale Elemente” habe. Religionen würden eine “Eigengesetzlichkeit” vertreten, die sage, “letztendlich ist Gott die höchste Autorität, die wir haben”. Dafür ständen diese Gruppen, so Dietrich. Ihrer Meinung nach steht dafür aber nicht der Bundespräsident – der sollte dafür stehen, “dass wir in einem Rechtsstaat leben und dass da die Autorität liegt”. Deshalb hält sie die Mitgliedschaft von Wulff bei “ProChrist” für falsch. Sie forderte: “Ich finde es sogar nötig, dass Christian Wulff von diesem Amt zurücktritt.”
Das Interview ist auf den Deutschlandradio-Internetseiten nachzulesen und nachzuhören. Weitere Blog-Texte zum Thema: “Nach Wulff-Auftritt bei ACP: Anhörung im Landtag“, “Wulff unterstützt evangelikale Organisation ‘ProChrist’“, “Nach Wulff-Auftritt: weitere Kritik am ACP“, “Wulff spricht vor umstrittener evangelikaler Organisation” und ein Blogbeitrag über die evangelikale Organisation “ProChrist” “Von Gott zurüsten lassen“.
Berichte über evangelikale Missionare bei der Fußball-Weltmeisterschaft
Die Moderatorin Liane von Billerbeck hat mit dem evangelischen Pfarrer Thorsten Leißer im Deutschlandradio über Missionsversuche während der WM und grundsätzlich über den evangelikalen Glauben gesprochen. “Freikirchliche Kurzzeitmissionare” seien bereits im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft nach Südafrika geschickt worden, berichtete Leißer Mitte Juni 2010. Da habe es zum Teil “sehr konzertierte Einsätze und Vorbereitungen” gegeben. Evangelikale Christen versuchten offenbar, ein Verbot der FIFA zu umgehen. Denn “religiöse Gesten in und um Stadien der Weltmeisterschaft herum” sind laut Deutschlandradio nicht erlaubt. Auch die Fincial Times Deutschland (FTD) schrieb darüber, dass die FIFA zum Beispiel das Beten auf dem Spielfeld verboten hat.
In dem Artikel “Christen missionieren unter Fußballfans” berichtet auch die evangelikale Zeitschrift ideaSpektrum Anfang Juni 2010 über Missionare in Südafrika. Darin heißt es nach Angaben des christlichen Netzwerks “The Ultimate Goal“: “Rund 3000 Kurzzeitmissionare aus aller Welt reisen während der Fußball-Weltmeisterschaft nach Südafrika, um dort den Fußballfans die christliche Botschaft weiterzusagen.”
Im Rahmen des Projekts “Kickstart” wurden laut ideaSpektrum mehr als zweihundert Südafrikaner “für evangelistische Einsätze” geschult. So sollen, “Menschen aus bisher kaum erreichten Regionen der Erde, die als Fans in das Land reisen, mit der Frohen Botschaft” erreicht werden, sagte laut der Zeitschrift Manfred Jung von der evangelikalen “Deutschen Missionsgemeinschaft“. “Kickstart” ist nach eigenen Angaben eine Initiative, die andere Menschen während der WM vom christlichen Glauben überzeugen will. Dabei sollen vor allem Muslime missioniert werden, heißt es auf der Internetseite von “Kickstart”. Für evangelikale Christen ist es eine der wichtigsten Lebensaufgaben, andere Menschen zum christlichen Glauben zu bringen. Die meisten erkennen andere Religionen nicht als gleichwertig an.
Das ganze Deutschlandradio-Interview mit dem Titel “Kicken für Christus” ist auf den Internetseiten des Hörfunksenders nachzulesen und nachzuhören.
Quelle: “Christen missionieren unter Fußballfans”. In: ideaSpektrum Nr. 23, 9. Juni 2010, S.12
Weitere Blog-Texte zum Thema Mission: “Sterben für Gott“, “Sterben für Jesus” und “Von Gott ‘zurüsten’ lassen“.
Das Online-Kulturmagazin Perlentaucher über den Präsidentschaftskandidaten
Auch Perlentaucher-Autor und -Gründer Thierry Chervel schreibt über den Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten Christian Wulff (CDU) und seine Mitgliedschaft im Kuratorium der evangelikalen Organisation “ProChrist“. Seinen Blog-Artikel “Christian Wulff und die Evangelikalen” veröffentlicht er in dem Internet-Kulturmagazin Mitte Juni 2010.
Chervel kritisiert darin unter anderem den “ProChrist”-Leiter Ulrich Parzany und schreibt, dass der Prediger “praktizierte Homosexualität” ablehne und glaube, dass Homosexualität “gewissermaßen heilbar” sei. Auch klinge eine Äußerung des Predigers wie ein “Bekenntnis zum Kreationismus”, so der Blog-Autor.
Die niedersächsische Staatskanzlei bestätigte Perlentaucher Wulffs Mitgliedschaft bei “ProChrist”. Der Ministerpräsident habe danach im Februar 2005 seine Bereitschaft zur Mitwirkung im Kuratorium für das Jahr 2006 erklärt, weil diesem auch der damalige EKD-Ratsvorsitzende Bischof Wolfgang Huber angehört habe, heißt es. Wulff habe 2006 ein Grußwort für eine Veranstaltung in Holzminden gesendet, so die Staatskanzlei laut Perlentaucher.
Am Ende seines Blog-Artikels fordert Chervel : “Wulff muss noch vor der Wahl in der Bundesversammlung aus dem Kuratorium von ‘ProChrist’ austreten.”
Weitere Blog-Texte zum Thema: “Nach Wulff-Auftritt bei ACP: Anhörung im Landtag“, “Wulff unterstützt evangelikale Organisation ‘ProChrist’“, “Nach Wulff-Auftritt: weitere Kritik am ACP“, “Wulff spricht vor umstrittener evangelikaler Organisation” und ein Blogbeitrag über die evangelikale Organisation “ProChrist” “Von Gott zurüsten lassen“.
Polit-Blog Carta über den Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten
In dem Politik-Blog Carta schreibt der Autor Daniel Leisegang Anfang Juni 2010 über zwei der drei Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten, über den niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff (CDU) und den DDR-Bürgerrechtler Joachim Gauck. Leisegang berichtet in seinem Text auch, dass Wulff aktiv die Missionarsbewegung „ProChrist“ unterstütze und findet, dass sei ein “dunkler Fleck auf seiner ansonsten farblosen Weste”. Erst vor wenigen Tagen, am 19. Mai 2010, hatte der katholische Ministerpräsident auf einer Tagung der umstrittenen Organisation „Arbeitskreis Christlicher Publizisten“ (ACP) eine Rede gehalten.
„ProChrist“ wie auch der ACP widersetzten sich der „Verwässerung der biblischen Botschaft“ und würden für “fundamentalistische Standpunkte” eintreten, so Leisegang. “Sie befürworten den Kreationismus, hetzen gegen Homosexualität und lehnen Abtreibungen strikt ab”, schreibt er weiter. Sektenbeauftragte kritisierten demnach auch, dass sich der ACP mehr oder weniger direkt gegen den säkularen Verfassungsstaat ausspreche und bisweilen auch die Nähe zu rechtsextremen Parteien suche.
Weitere Blogtexte zum Thema: “Nach Wulff-Auftritt: weitere Kritik am ACP“, “Wulff spricht vor umstrittener evangelikaler Organisation” und ein Blogbeitrag über die evangelikale Organisation “ProChrist” “Von Gott zurüsten lassen“.
Über Christian Wulff: Portrait bei tagesschau.de, “Schon immer Präsident” bei sueddeutsche.de, “Ganz nach oben gelächelt” bei zeit.de. Und von Christian Wulff: Selbstdarstellung auf seiner Homepage.
Vertreter der evangelischen Kirche spricht von “Vermittlungsorgan für Extremismus”
Sie wollen dafür sorgen, dass “biblische Denk- und Handlungsweisen” angemessen veröffentlicht werden, und dass “christliche Werte” in den Medien verteten sind – die Mitglieder des evangelikalen rechtskonservativen “Arbeitskreises Christlicher Publizisten” (ACP). 1991 bezeichnete das Nachrichtenmagazin Der Spiegel die Organisation als “ACP-Gemengsel freikirchlicher Eiferer, das gern Politiker vor seinen missionarischen Karren spannt”. Und auch heute noch versucht der ACP Politiker für seine Ziele einzuspannen.
Am 19. Mai 2010 trat nun Niedersachsens Ministerpräsident Wulff (CDU) bei einer Veranstaltung des “Arbeitskreises Christlicher Publizisten” auf und geriet deshalb in die Kritik. Der Weltanschauungsbeauftragte der evangelischen Landeskirche in Baden-Württemberg, Hansjörg Hemminger, hält es laut Norddeutschem Rundfunk für problematisch, dass sich seriöse Politiker aus dem bürgerlichen Lager auf Kontakte zum ACP einließen.
Hemminger erklärte dem NDR, am ACP sei verwerflich, dass er die “Werte und Institutionen unserer freiheitlichen Ordnung” zwar nicht aktiv bekämpfe, aber die Verfassung praktisch ständig in Frage stelle. Systematisch verkünde die Organisation den “Untergang des säkularen Verfassungsstaates”, da die Werte bedroht und die falschen Kräfte an der Macht seien. “Insofern ist der ACP ein Vermittlungsorgan für Extremismus und Fanatismus aus der rechten Ecke, aber auch aus dem Kreis der Sektierer”, sagte Hemminger dem NDR. Danach habe der ACP auch keine Probleme damit gehabt, ein Interview mit dem Chef der Partei der “Republikaner” abzudrucken, als diese noch als Rechtsextremisten vom Verfassungsschutz beobachtet worden seien.
Der ACP war für den NDR für eine telefonische Stellungnahme nicht zu erreichen. Die niedersächsische Staatskanzlei hatte den Vortrag bei der umstrittenen Organisation bereits zuvor gerechtfertigt – siehe auch Blogtext “Wulff spricht vor umstrittener evangelikaler Organisation“.
Buchautor ruft “Christen” auf, sich in die Medien-Berichterstattung einzumischen
“Medien – Die Werte der Meinungsmacher” – so heißt das aktuelle Buch von Andreas Dippel. Der Journalist leitet die Redaktion des evangelikalen Medienmagazins Pro. Deshalb ist das Buch auch in erster Linie ein Blick aus bibeltreuer Sicht auf die deutsche Medienlandschaft. Der Verlag nennt es auf dem Umschlag “eine kleine christliche Medienethik”.
Und so beginnt das erste Kapitel mit dem Satz: “Unter dem Blickwinkel der Medien ist die Situation der Christenheit in Deutschland erschütternd.” Damit beklagt Dippel, dass in Deutschland häufiger über den FC Bayern München berichtet werde als über die Arbeit der evangelischen und katholischen Kirche zusammen. Das ergab laut Dippel eine Untersuchung des Instituts “Media Tenor”. Weiter kritisiert der Journalist die Sensationslust vieler Medien und sogenannte “Problemsender” wie “Astro-TV”, “Sündenkanal” oder “Heiße Girls 666″.
Dippel findet offenbar auch, dass Christen – insbesondere evangelikale Christen – in den Medien immer wieder falsch dargestellt werden. Wenn “Journalisten über Gruppierungen unter Christen” schreiben, die sie als „christliche Fundamentalisten“ bezeichnen, wünscht sich Dippel, einen genaueren und objektiveren Blick.
Und Dippel will sich gegen kritische Berichterstattung wehren. An unzähligen Stellen ruft er “Christen” dazu auf, “ihrer eigenen Position Gehör zu verschaffen”. “Leserbriefe zu schreiben, sich in Foren zu beteiligen oder Hörer- und Zuschauertelefone zu nutzen muss zu einer neuen Selbstverständlichkeit werden”, so Dippel. Und Pastoren gibt er den Tipp, einfach mal den Chefredakteur seiner Lokalzeitung zu besuchen. “Ganz zwanglos, einfach vorher anrufen und sich vorstellen.”
Am Ende kann man zu dem Eindruck kommen, dass es dem Autoren nicht so sehr um die “Werte der Meinungsmacher” geht, sondern viel eher darum, die Meinung vieler sogenannter Meinungsmacher und deren Berichterstattung zu ändern. Denn so heißt es auch: “Christen können dazu beitragen, dass die Botschaft, die sie den Menschen schuldig sind, mehr und mehr über die Medien verbreitet wird.”
Quelle: Dippel, Andreas: “Medien – Die Werte der Meinungsmacher”, Brunnen Verlag 2010.
Das Medienmagazin Pro hat 2009 auch ein Interview mit uns über “Mission Gottesreich – Fundamentalistische Christen” veröffentlicht – mehr dazu hier.
Nächste Seite »