Blog-Info

Christliche Fundamentalisten halten ihren Glauben für den einzig wahren. Die Bibel ist Glaubensgrundlage und gleichzeitig strenges Regelwerk für den Alltag. Andere Religionen lehnen sie ab, alle Nichtchristen wollen sie bekehren. Homosexualität gilt als Sünde. Sex vor der Ehe ist verpönt. Die Evolutionstheorie stellen sie in Frage. Und bibeltreue Lobbyvereine bemühen sich um Einfluss auf Politik und Medien. Wir wollen kritisch über die Evangelikale Bewegung berichten.
Unser Buch "Mission Gottesreich – Fundamentalistische Christen in Deutschland" bietet einen Überblick. In dem Blog wollen wir weiter über Beiträge, Gemeinschaften und Veranstaltungen von Evangelikalen informieren sowie auf andere Berichte über Evangelikale hinweisen. Außerdem veröffentlichen wir hier Reaktionen auf das Buch.

Wulff unterstützt evangelikale Organisation “ProChrist”

Polit-Blog Carta über den Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten

In dem Politik-Blog Carta schreibt der Autor Daniel Leisegang Anfang Juni 2010 über zwei der drei Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten, über den niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff (CDU) und den DDR-Bürgerrechtler Joachim Gauck. Leisegang berichtet in seinem Text auch, dass Wulff aktiv die Missionarsbewegung „ProChrist“ unterstütze und findet, dass sei ein “dunkler Fleck auf seiner ansonsten farblosen Weste”. Erst vor wenigen Tagen, am 19. Mai 2010, hatte der katholische Ministerpräsident auf einer Tagung der umstrittenen Organisation „Arbeitskreis Christlicher Publizisten“ (ACP) eine Rede gehalten.

„ProChrist“ wie auch der ACP widersetzten sich der „Verwässerung der biblischen Botschaft“ und würden für “fundamentalistische Standpunkte” eintreten, so Leisegang. “Sie befürworten den Kreationismus, hetzen gegen Homosexualität und lehnen Abtreibungen strikt ab”, schreibt er weiter. Sektenbeauftragte kritisierten demnach auch, dass sich der ACP mehr oder weniger direkt gegen den säkularen Verfassungsstaat ausspreche und bisweilen auch die Nähe zu rechtsextremen Parteien suche.

Weitere Blogtexte zum Thema: “Nach Wulff-Auftritt: weitere Kritik am ACP“, “Wulff spricht vor umstrittener evangelikaler Organisation” und ein Blogbeitrag über die evangelikale Organisation “ProChrist” “Von Gott zurüsten lassen“.

Über Christian Wulff: Portrait bei tagesschau.de, “Schon immer Präsident” bei sueddeutsche.de, “Ganz nach oben gelächelt” bei zeit.de. Und von Christian Wulff: Selbstdarstellung auf seiner Homepage.



Die richtige Botschaft verbreiten

Buchautor ruft “Christen” auf, sich in die Medien-Berichterstattung einzumischen

“Medien – Die Werte der Meinungsmacher” – so heißt das aktuelle Buch von Andreas Dippel. Der Journalist leitet die Redaktion des evangelikalen Medienmagazins Pro. Deshalb ist das Buch auch in erster Linie ein Blick aus bibeltreuer Sicht auf die deutsche Medienlandschaft. Der Verlag nennt es auf dem Umschlag “eine kleine christliche Medienethik”.

Und so beginnt das erste Kapitel mit dem Satz: “Unter dem Blickwinkel der Medien ist die Situation der Christenheit in Deutschland erschütternd.” Damit beklagt Dippel, dass in Deutschland häufiger über den FC Bayern München berichtet werde als über die Arbeit der evangelischen und katholischen Kirche zusammen. Das ergab laut Dippel eine Untersuchung des Instituts “Media Tenor”. Weiter kritisiert der Journalist die Sensationslust vieler Medien und sogenannte “Problemsender” wie “Astro-TV”, “Sündenkanal” oder “Heiße Girls 666″.

Dippel findet offenbar auch, dass Christen – insbesondere evangelikale Christen – in den Medien immer wieder falsch dargestellt werden. Wenn “Journalisten über Gruppierungen unter Christen” schreiben, die sie als „christliche Fundamentalisten“ bezeichnen, wünscht sich Dippel, einen genaueren und objektiveren Blick.

Und Dippel will sich gegen kritische Berichterstattung wehren. An unzähligen Stellen ruft er “Christen” dazu auf, “ihrer eigenen Position Gehör zu verschaffen”. “Leserbriefe zu schreiben, sich in Foren zu beteiligen oder Hörer- und Zuschauertelefone zu nutzen muss zu einer neuen Selbstverständlichkeit werden”, so Dippel. Und Pastoren gibt er den Tipp, einfach mal den Chefredakteur seiner Lokalzeitung zu besuchen. “Ganz zwanglos, einfach vorher anrufen und sich vorstellen.”

Am Ende kann man zu dem Eindruck kommen, dass es dem Autoren nicht so sehr um die “Werte der Meinungsmacher” geht, sondern viel eher darum, die Meinung vieler sogenannter Meinungsmacher und deren Berichterstattung zu ändern. Denn so heißt es auch: “Christen können dazu beitragen, dass die Botschaft, die sie den Menschen schuldig sind, mehr und mehr über die Medien verbreitet wird.”

Quelle: Dippel, Andreas: “Medien – Die Werte der Meinungsmacher”, Brunnen Verlag 2010.

Das Medienmagazin Pro hat 2009 auch ein Interview mit uns über “Mission Gottesreich – Fundamentalistische Christen” veröffentlicht – mehr dazu hier.



“Andersgläubige sind falsch”

Aussteigerin aus einer Baptisten-Gemeinde berichtet über ihre Kindheit

Die Buchautorin Claudia Schreiber ist in einer frommen Baptisten-Gemeinde aufgewachsen, doch später kamen ihr Zweifel, und schließlich entschied sie sich gegen den strengen Glauben ihrer Eltern. In dem WDR-Radioprogramm “Funkhaus Europa” erzählt sie im April 2010 von ihrer Jugend. Sie störte damals, dass die Gemeindemitglieder immer wussten, was vermeintlich richtig und was falsch war. Strenge Regeln bestimmten ihr Leben. Sie durfte zum Beispiel nicht einmal Ohrringe tragen. Das galt als Sünde, “weil das Huren tragen.” Die Autorin hielt sich oft für schlecht. Schon wenn man kleine Dinge falsch gemacht habe, habe man sich als nicht richtig gefühlt. “Und das macht Sie als Kind wahnsinnig”, so Schreiber.

Sie fühlte sich auch unter Druck gesetzt, eine Bekehrung erleben zu müssen. Denn Familie und Gemeinde glaubten, dass Christus jeder Zeit wiederkommen könne, und dass dann die “Gerechten” – also Menschen, die einen streng bibeltreuen Glauben vertreten –  von dem Himmel lebendig hochgezogen würden. Deshalb hatte Claudia Schreiber als Kind oft Angst, in diesem Moment übrig zu bleiben, weil sie sich nicht rechtzeitig bekehrt hatte. Auch die Intoleranz gegenüber Menschen, die ihren Glauben nicht teilten, gefiel ihr nicht. In der Gemeinde hieß es: “Andersgläubige sind falsch, die müssen bekehrt werden.”

Das Hörfunkprogramm “Funkhaus Europa” widmete sich ein Woche lang dem Thema “Evangelikale Christen.” Die Beiträge sind auf den Internetseiten des Westdeutschen Rundfunks nachzuhören.



Beten gegen Bhuddisten

Deutsche Welle berichtet über evangelikale Missionare in Taiwan

Der Journalist Klaus Bardenhagen berichtet Mitte Februar 2010 für den Sender Deutsche Welle über christliche Missionare in Taiwan. Hunderte seien auf der Insel im Einsatz, so Bardenhagen. Etwa achtzig Prozent der Taiwaner sind laut Beitrag Anhänger des Daoismus und Buddhismus oder vertreten die Lehren des Konfuzianismus.

Auch evangelikale Missionare wollen die Menschen in dem asiatischen Land von ihrem Glauben überzeugen. Bardenhagen berichtet von Massenveranstaltungen nach amerikanischem Vorbild, um die Taiwaner zu bekehren. Der Journalist erwähnt dabei auch eine deutsche evangelikale Missionsgesellschaft. Die bibeltreue Organisation rufe dazu auf, gegen den Buddhismus und Daoismus zu beten. Die meisten Evangelikalen lehnen andere Religionen ab, warnen oft vor ihnen und stellen sie immer wieder sehr abwertend dar. Der Beitrag ist auf den Internetseiten der Deutschen Welle nachzulesen und nachzuhören.



“Mahnendes (internes) Wort an die Kanzlerin”

Mit christlicher Mission in die Politik: ehemaliger ZDF-Journalist Alsleben

Der ehemalige Korrespondent im ZDF-Hauptstadtstudio Thorsten Alsleben arbeitet seit Januar 2010 im Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Und weil er “bekennender Christ” ist, berichtet über seinen Wechsel in die Politik auch die evangelikale Nachrichtenagentur idea. Alsleben sei nun zuständig für die “Strategische Kommunikation” des Arbeitsministeriums und für die Reden von Ministerin Ursula von der Leyen.

Als Journalist hatte er selbst für das bibeltreue Magazin ideaSpektrum geschrieben und nach der Bundestagswahl 2009 zwei personalpolitische Entscheidungen gelobt: “die Wahl von Hermann Gröhe zum neuen CDU-Generalsekretär und die Wiederwahl von Volker Kauder zum Chef der CDU/CSU-Bundestagsfraktion”. Damit habe Bundeskanzlerin Angela Merkel an die “Spitze ihrer wichtigsten Machtbastionen” “engagierte evangelische Christen” gestellt, so Alsleben im idea-Editorial Ende Oktober 2009. Und der damalige Fernsehjournalist schrieb weiter: “Sie können, wenn es mal dringend notwendig ist, ein mahnendes (internes) Wort an die Kanzlerin richten, und sie können andere Christen ermutigen, sich in Parteien zu engagieren.”

Enttäuscht zeigte sich Alsleben in seinem Text zur schwarz-gelben Koalition über “das Fehlen jeglicher Änderungsvorschläge bei der strafrechtlichen Behandlung von Abtreibungen”. “Wenigstens soll gewerbsmäßige Sterbehilfe (bei geborenen Menschen) strafbar werden”, so der damalige Journalist. Außerdem schrieb er, für “Christen” sei vielleicht auch interessant, was nicht in den Koalitionsvertrag gekommen sei. So habe die FDP keine Gleichstellung der homosexuellen Lebenspartnerschaften mit der Ehe durchsetzen können und auch kein Adoptionsrecht für Homosexuelle.

Quelle: ideaSpektrum Nr. 44,  28. Oktober 2009,  S.3

Alsleben sollte offenbar ursprünglich Sprecher des Arbeitsministeriums werden – darüber berichteten unter anderem das Handelsblatt und die Frankfurter Rundschau.

Weitere Blogtexte: “Graubereich zum Rechtsextremismus” und “Evangelikale als eine Macht in der Politik“.



Werben mit dem Tod

Evangelikaler Sender versucht, mit Sterbeszene im Internet zu missionieren

Eine Frau sitzt in ihrem Auto und fährt in Gedanken versunken eine Straße entlang. Sie denkt an ihren letzten Urlaub, an ihren Mann. Plötzlich sieht der Zuschauer nur noch Bäume. Dann liegt die Frau tot auf dem Asphalt. Diese kurze vertonte Fotogeschichte zeigt der evangelikale Sender Evangeliums-Rundfunk (ERF) Ende Januar 2010 im Netz, um Menschen zum christlichen Glauben zu bekehren.

Nach der Unfall-Geschichte kann sich der Nutzer durch verschiedene Fragen klicken. Zum Beispiel: “Was kommt nach dem Tod?” Die Antwort auf der ERF-Internetseite: entweder das “ewige Leben” oder “die ewige Verdammnis” – je nachdem, ob man sich für oder gegen Gott entschieden hat.

Danach kann der Leser hier Klick für Klick zum Christen werden. Zu düsterer Musik und mit Fotos von zerstörten Gebäuden oder Grabsteinen erfährt er auf dem Weg zur Bekehrung, dass “unsere Welt” “gefährlich”, “egoistisch”, “kalt” und “sinnlos” ist. Und weiter heißt es: “Wir sind vor Gott sündig, weil wir uns gegen Gott richten.” Und: “Ein Leben in Sünde führt zum Tod.”

Doch Rettung naht: “ein Leben mit Jesus Christus.” Zu sphärischen Klängen kann der Netz-Nutzer ein Gebet nachsprechen. Darin heißt es zum Beispiel: “Übernimm Du die Führung in meinem Leben und verändere mich so, wie Du mich haben willst.” Am Ende hat der Leser die Wahl zwischen zwei Klick-Feldern: 1. “Ich habe das Gebet gesprochen und einen Anfang mit Gott gemacht.” oder 2. “Ich bin (noch) nicht bereit, mich auf Gott einzulassen.” Bei der zweiten Möglichkeit erfährt der Nutzer noch einmal: “Gehen Sie verantwortungsvoll mit ihrem Leben um, denn Sie haben nur eins!” Und mit dem nächsten Klick geht’s zurück zum Start der Fragereihe.

Weitere Blog-Artikel über evangelikale Mission: “Sterben für Gott“, “Weckt die Toten auf” oder “Gott hält Wahlversprechen“.



Bibeln statt Essen und Medikamente

Eine US-amerikanische Organisation schickt Hör-Bibeln nach Haiti

Sie wollen Bibeln an Menschen verteilen, die “hungrig” nach “Gottes Wort” sind – die Mitarbeiter der US-amerikanischen Organisation “Faith comes by Hearing“. Und so haben sie im Januar 2010 nach dem schweren Erdbeben auf Haiti hunderte von solar-betriebenen Geräten in das Land geschickt, mit denen man offenbar vertonte Bibeltexte hören kann.

Auf ihrer Internetseite schreibt die christliche Organisation, sie antworte auf die Krise, indem sie “Glaube, Hoffnung und Liebe” durch “Gottes Wort” verbreite. Die Bibeltexte sind mit den Abspielgeräten in der Landessprache des Inselsstaates zu hören: haitianisch-kreolisch. Spiegel Online berichtet. Durch das Erdbeben kamen auf Haiti mehr als hunderttausend Menschen ums Leben. Hunderttausende wurden obdachlos.

Zuvor hatte der US-Prediger Pat Robertson erklärt, dass Sklaven auf Haiti für das Beben verantwortlich seien. Sie hätten Anfang des 19. Jahrhunderts einen “Pakt mit dem Teufel” geschlossen, in der Zeit als sie sich gegen Frankreich die Unabhängigkeit erkämpft hatten.



Sterben für Gott?

ARD-Politmagazin Panorama über christlich-fundamentalistische Missionare

„Dies ist ein Krieg und wir sind Soldaten. Ist es nicht wert dafür zu kämpfen? Ist es nicht wert dafür zu sterben?“, so warb die evangelikale Organisation „Jugend mit einer Mission“ für die Bekehrung Andersgläubiger. Das berichtete das ARD-Politmagazin Panorama im Oktober 2009. Danach hatte die fundamentalistische Organisation junge Menschen in islamisch geprägte Länder wie zum Beispiel nach Afghanistan oder in den Jemen geschickt. Für die „Missionseinsätze“ waren sie in sogenannten „Jüngerschaftsschulen” ausgebildet worden.

Drei Panorama-Reporterinnen hatten, als fromme Christinnen getarnt, eine solche Schule im sächsischen Herrnhut besucht. Eine Schülerin erzählte ihnen von ihrem letzten „Missionseinsatz“ in Afghanistan. Sie sagte, manche Muslime würden aggressiv reagieren, ein Freund von ihr sei in der Zeit umgebracht worden. Und auch sie sei bereit, ihr Leben zu lassen.

Als das ZDF einige Wochen zuvor auch einen Beitrag über christlich-fundamentalistische Missionare gezeigt hatte, protestierten nicht nur evangelikale Vertreter, sondern auch der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland. Er wandte sich gegen die angeblich diffamierende und verunglimpfende Berichterstattung. Damit stellte sich die EKD demonstrativ vor die radikalen Missionare. Der Theologe und Publizist Uwe Birnstein sagte in dem Panorama-Beitrag, dies zeige, dass die Kirche „nach rechts oder ins Fundamentalistische“ rücke. Hintergrund sei deren sinkende Mitgliederzahl.

Dagegen rechtfertigte die Hamburger Bischöfin Maria Jepsen die Kritik am ZDF. „Wir haben auch Evangelikale in unseren Reihen“, so Jepsen in der ARD, und wenn Evangelikale so pauschal angegriffen würden, würden wir mit angegriffen. Doch die Bischöfin zeigte sich schockiert, als Panorama ihr das Werbevideo von „Jugend mit einer Mission“ vorführte. „Das ist fundamentalistisch, das ist krank. Ich würde mit allen möglichen Mitteln sehen, denen muss man das Handwerk legen, den Erwachsenen“, sagte Jepsen.

Der Beitrag ist auf den Internetseiten von Panorama zu sehen.



„Punkmusik und der Kampf gegen den Teufel“

Religionswissenschaftler über die evangelikale Jugendgemeinschaft „Jesusfreaks“

„Die Jesusfreaks sehen den Teufel als genauso wirklich an wie die Wiederkehr Jesu und das baldige Ende der Welt“, schreibt der Religionswissenschaftler Sebastian Schüler Ende Juli 2009. Die evangelikale Jugendgemeinschaft vertritt seiner Einschätzung nach „konservative bis anti-moderne“ Ansichten. Die Anhänger kämpften für die „Erlösung aller Seeelen durch Jesus Christus“ und sähen sich selbst als „Jesuskrieger im Kampf gegen das Böse“, erklärt Schüler. Übermäßiger Alkoholkonsum oder Sex vor der Ehe seien für sie tabu. Der Wissenschaftler kritisiert: „Auch andere Religionen oder Homosexualität sind nach ihrer Überzeugung Werke des Satans.“

Die „Jesusfreaks“ schreiben über sich selbst, dass sie so leben wollten, wie Jesus es vorgelebt habe. Und weiter steht auf ihren Internetseiten: „Wir erleben, dass die Bibel Worte mit Explosionskraft hat und in ihren Aussagen über das Leben und Gott absolut wahr ist.“

Sebastian Schüler arbeitet am Bereich „Religion und Politik“ der Universität Münster und untersucht pfingstlich-charismatische Gemeinschaften. Anlass seiner Kritik war das Sommer-Festival 2009 der „Jesusfreaks“ im nordrhein-westfälischen Höxter – das sogenannte „Freakstock“. Schülers Kommentar ist auf den Internetseiten der Uni Münster nachzulesen. Über das evangelikale Festival hat unter anderem Welt Online berichtet.



„Sterben für Jesus“

ZDF-Magazin berichtet über evangelikale Missionare

Junge bibeltreue Frauen haben ZDF-Journalisten erklärt, dass sie bereit seien, ihr Leben zu geben, um andere von ihrem Glauben zu überzeugen. „Sterben für Jesus“ – ein Beitrag von „Frontal21“ über evangelikale Missionswerke vom 4.8.2009. Bibeltreue Missionare riskieren danach in einigen islamischen Ländern ihr Leben. Und wenn sie gleichzeitig für internationale Hilfsorganisationen arbeiten, gefährden sie mit ihren Bekehrungsversuchen laut ZDF unter Umständen auch andere Mitarbeiter. Denn Mission ist in einigen Ländern verboten. Hilfswerke dürfen nach internationalen Grundsätzen des „Roten Kreuzes“ nicht zugleich helfen und missionieren, berichtet das ZDF. Anlass für den Beitrag war der Mord an zwei jungen deutschen Bibelschülerinnen im Juni 2009 im Jemen – Berichte unter anderem von Spiegel und tagesschau.de.

Evangelikale Christen lesen die Bibel als strenges Regelwerk, eine historisch-kritische Auslegung lehnen sie ab. Andere von ihrem bibeltreuen Glauben zu überzeugen, sehen sie deshalb als eine ihrer Hauptaufgaben an. Sie richten sich dabei nach dem sogenannten „Missionsbefehl“ der Bibel. Der ZDF-Fernsehbeitrag ist auf den Internetseiten von „Frontal21“ nachzuschauen.

Evangelikale Vereine haben sich inzwischen über den Beitrag beschwert. Sie kritisieren unter anderem Aufnahmen mit einer versteckten Kamera, außerdem den Vergleich von christlichen mit islamischen Fundamentalisten. Die ZDF-Modaratorin hatte gesagt: „Bereit sein, für Gott zu sterben: Das klingt vertraut – bei islamischen Fundamentalisten. Doch auch für radikale Christen scheint das zu gelten.“ Das evangelikale Medienmagazin Pro berichtet über die Kritik.



« vorherige SeiteNächste Seite »