Umstrittenes Institut veranstaltete Tagung zum Thema Homosexualität
Sie hält Homosexualität für ein Problem, wahrscheinlich sogar für eine Krankheit oder Störung – die US-Amerikanerin Janelle Hallman. So veröffentlichte sie zum Beispiel einen Artikel mit dem Titel “Weibliche Homosexualität – Diagnostik und Therapieansatz“. Die evangelikale Christin nennt lesbische Frauen “betroffene Frauen”, spricht in einem weiteren Artikel von “Symptomen” und glaubt, dass “homosexuell empfindene Frauen tiefe ungelöste Konflikte haben”. Hallman schreibt auch, dass sogenannte “prä-lesbische Mädchen” “fast immer in einen ruhelosen Aktivismus” verfallen. Darunter versteht sie, wenn Mädchen “ständig draußen” sind, auf Bäume klettern, mit dem Vater angeln gehen oder Sport treiben. Damit würden sie zum “Sohn” der Familie, so Hallman.
Ihren Ansichten bietet das evangelikal geprägte “Deutsche Institut für Jugend und Gesellschaft” (DIJG) ein Forum. Auf dessen Internetseiten sind mehrere Texte von Janelle Hallman veröffentlicht. Dort steht auch, Hallman sei als “Therapeutin” seit etwa zehn Jahren auf die Begleitung von “Frauen, die ihre Homosexualität konflikthaft erleben” spezialisiert. Außerdem sprach Hallman nach einem Medienbericht auf der Tagung “Weibliche Identitätsverletzungen und Homosexualität” in Kassel, veranstaltet vom DIJG. Das berichtete das evangelikale Nachrichtenportal idea.de Anfang Juli 2010 unter der Überschrift “Homosexualität: Veränderung ist möglich“.
Nach Angaben von idea.de erklärte Hallman dort, dass eine “Veränderung homosexueller Gefühle” möglich sei, “wenn Verletzungen erkannt und verarbeitet würden”. Laut Hallman könne Homosexualität verschiedene Ursachen haben, schreibt idea.de, “unter anderem eine fehlende Bindung zur Mutter oder sexueller Missbrauch”. Gleichgeschlechtliche Gefühle seien ihr zufolge “in den meisten Fällen Ausdruck frühkindlicher Defizite”. “Betroffenen” könne mit einer “Therapie” geholfen werden, heißt es weiter. Sie müssten sich “ihrem tiefen seelischen Schmerz” stellen und auf den Weg machen, “um ihre eigene weibliche Identität zu entfalten”.
Das umstrittene “Deutsche Institut für Jugend und Gesellschaft” gehört zu der Gemeinschaft “Offensive Junger Christen” (OJC). Die Einrichtung ist wiederholt in die Kritik geraten, weil deren Mitarbeiter für eine angeblich mögliche Veränderbarkeit von Homosexualität werben. Sie setzten sich für Männer und Frauen ein, “die ihre homosexuelle Orientierung als unerwünscht und als konflikthaft” erleben, heißt es auf ihrer Internetseite. Zeit Online kritisierte das DIJG in dem Artikel “Schwulenhetze, streng wissenschaftlich“. Die taz nannte das Institut eine “pseudowissenschaftliche Einrichtung“.
Die Bundesregierung warnte 2008 vor sogenannten Therapieangeboten, die eine Änderung von gleichgeschlechtlichem Sexualverhalten oder einer homosexuellen Orientierung zum Ziel haben. Sie könnten zu Ängsten und Depressionen bis zum Selbstmord führen. Die Drucksache dazu steht im Internet. Die meisten evangelikalen Christen halten Homosexualität für Sünde, viele sogar für eine Störung oder Krankheit.
Gabriele Kuby zum Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche
Die katholische Publizistin Gabriele Kuby stimmt dem Augsburger Bischof Mixa zu, der der “sexuellen Revolution” eine Mitschuld an den Missbrauchsfällen gegeben hatte. Ihr Kommentar in der evangelikalen Zeitschrift ideaSpekrum Ende Februar 2010 ist überschrieben mit: “Missbrauchsskandal in der Kirche: Wo Bischof Mixa recht hat”. Kuby verurteilt in dem Text vor allem Grünen-Politiker. “Der stinkende Eiter” werde gerade von jenen über die katholische Kirche geschmiert, die “ihre Lebensenergie investieren, um die Kirche und die christliche Sexualmoral zu zerstören, allen voran die Grünen”, so Kuby. So wirft sie zum Beispiel Parteichefin Claudia Roth eine “geifernde Hetze” vor. Roth hatte unter anderem in der Augsburger Allgemeinen die Äußerungen von Bischof Mixa kritisiert. Sie sagte: “Es ist nicht nur haarsträubend, sondern auch eine beispiellose Verhöhnung der Opfer sexuellen Missbrauchs, wenn an diesem Skandal innerhalb der katholischen Kirche nun andere schuld sein sollen.”
Den Missbrauch an Kindern und Jugendlichen kritisiert Kuby offenbar auch deshalb, weil die Opfer dadurch ihren christlichen Glauben verlieren könnten. Die kriminellen Priester könnten ihnen, so die Vorstellung Kubys, “durch ihre Lasterhaftigkeit den Glauben an Gott vielleicht für immer geraubt” haben. Folglich scheint die Aufklärung der Missbrauchsfälle für Kuby auch deshalb nötig zu sein, um der Kirche und ihrer Mission zu helfen. Sie schreibt: “Die Kirche muss sich reinigen, was immer es sie kosten mag, um das Werk der Evangelisierung wieder neu beginnen zu können.”
Doch nicht nur die katholische Kirche bedürfe der “Reinigung”, so Kuby, sondern die ganze Gesellschaft müsse sich “aus dem sexuellen Morast befreien”. Was sie damit meint, lässt sich aus den dann folgenden Sätzen erahnen: “Die Aussichten sind gering, denn schwule Spitzenpolitiker und die linken Parteien unter Führerschaft der SPD wollen die ’sexuelle Identität’ im Grundgesetz verankern. Damt wäre die letzte Hürde genommen, um jeder Form von sexueller Neigung Tür und Tor zu öffnen und Widerstand zu kriminalisieren.”
Gabriele Kuby veröffentlicht ihre Positionen auch in der rechtskonservativen Zeitung Junge Freiheit. Kritiker werfen der Katholikin ein reaktionäres Rollenverständnis von Mann und Frau sowie die Diskriminierung von Homosexuellen vor. Eine Autorin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wirft Kuby zum Beispiel “homophobe Polemik” vor. Auf den Internetseiten von jetzt.de schildert ein Autor seine Erfahrungen aus einem Jugendseminar mit Kuby: “‘Homosexualität ist gegen die Natur’, eifert sie, ’sie zerstört das christliche Fundament’. Sie wettert: ‘Die ganze Gesellschaft wird homosexualisiert.’ Mit jedem Satz wird sie wütender. Ihre Stimme zittert. Dann ruft sie: ‘Das ist eine Krankheit, die geheilt werden muss!’”
Quelle für den Text von G. Kuby: ideaSpektrum Nr. 8, 24. Februar 2010, S. 10
Bibeltreue Ärztin fordert Leitbild der Ehe zwischen Mann und Frau
Die Medizinerin und Leiterin des bibeltreuen “Deutschen Instituts für Jugend und Gesellschaft”, Christl Vonholdt, spricht sich vehement gegen einen Antrag auf eine Grundgesetzänderung aus, die Homo- und Transsexuelle besser vor Diskriminierung schützen soll. Die Parteien SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke hatten im Bundestag diesen Antrag gestellt. Im Januar 2010 wurde darüber im Parlament beraten. Die Oppositionsparteien fordern, dass der Artikel 3, Absatz 3 um das Merkmal “sexuelle Identität” ergänzt wird. Das neue Gesetz würde damit festlegen, dass niemand wegen “seines Geschlechtes, seiner sexuellen Identität, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt” werden darf.
Vonholdt macht den Antrag Anfang Februar 2010 zum Thema ihres Editorials in der evangelikalen Zeitschrift ideaSpektrum. Aus ihrer Sicht ist die sexuelle Identität subjektiv und wandelbar. Vonholdt sieht keinen Grund, warum “subjektives Begehren” und “persönliche sexuelle Verhaltensweisen” grundgesetzlich unter Schutz gestellt werden sollten. Sie fragt sich auch, ob “Pädophilie” dazu gezählt werden könnte, und ob damit “Täterschutz vor Opferschutz” gehen würde. Christl Vonholdt hat Angst davor, dass in Kinder- und Schulbüchern vermittelt werden müsste, dass alle sexuellen Identitäten im Grundgesetz gleich verankert seien. Dazu schreibt sie: “Den Kindern wird damit das Leitbild der monogamen Ehe (ein Mann und eine Frau) als Orientierung für ihr Leben genommen.”
Doch auch ohne Grundgesetzänderung widerspricht zum Beispiel die Diskriminierung von homosexuellen Schülern im Unterricht schulischen Richtlinien. In Nordrhein-Westfalen wird in den Richtlinien zur Sexualerziehung als Ziel formuliert: “Ausbildung und Förderung gegenseitiger Akzeptanz unter allen Menschen, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung und Identität und den damit verbundenen Beziehungen und Lebensweisen.”
Das “Deutsche Institut für Jugend und Gesellschaft” ist wiederholt in die Kritik geraten, weil seine Mitarbeiter die Veränderbarkeit von Homosexualität für möglich halten und dafür werben. Sie setzen sich laut Internetseite für Männer und Frauen ein, “die ihre homosexuelle Orientierung als unerwünscht und als konflikthaft” erleben. Die Bundesregierung warnte 2008 vor sogenannten Therapieangeboten, die eine Änderung von gleichgeschlechtlichem Sexualverhalten oder einer homosexuellen Orientierung zum Ziel hätten. Sie könnten zu Ängsten und Depressionen bis zum Selbstmord führen. Die Drucksache dazu steht im Internet. Die meisten evangelikalen Christen halten Homosexualität für Sünde, viele für eine Störung oder Krankheit.
Quelle für den Text von C. Vonholdt: ideaSpektrum Nr. 7, 17. Februar 2010, S. 3
Frauenzeitschrift über die Jugend in einer fundamentalistischen Gemeinde
Die Frauenzeitschrift Brigitte berichtet Mitte Februar 2010 über eine Frau, die sich als junge Erwachsene aus einer christlich-fundamentalistischen Gemeinde gelöst hat. Sie war in die strenggläubige Gemeinschaft hineingeboren worden, doch als Jugendliche begann sie zu zweifeln.
Gott wolle keinen Sex vor der Ehe, sagten ihr zum Beispiel laut Brigitte die Erwachsenen. Parties, Alkohol, bestimmte Musik und Kleidung – alles galt als böse nach den Glaubensregeln der Gemeinschaft. Aus Sicht der jungen Frau bestand ihr Leben aus “Verbotsschildern”, die sie jedoch heimlich umging. “Eigentlich habe ich mich immer geschämt, meine ganze Jugend war vergiftet von Scham”, erzählte sie der Frauenzeitschrift.
Eines Tages fragte sie ihr Pastor, ob sie mit ihrem Freund schlafe. Da war sie 19 Jahre alt. Nachdem sie “Ja” gesagt hatte, erklärte der Prediger, dass das Sünde sei. Sie musste die Gemeinde verlassen. Doch sie empfand den Rauswurf als Schritt in die “Freiheit”. Brigitte zitiert die Frau: “Wenn Gott wirklich so groß, so stark und so mächtig ist, wie man es mich von klein auf gelehrt hat, dann kommt er auch ohne mich und meinen Glauben zurecht.”
Quelle: “Endlich ungläubig” In: Brigitte Nr. 5, 10.02.2010, S. 106 – 108
US-Einwanderungsrichter: Deutschland verletze die Menschenrechte
Ein evangelikales Elternpaar aus Baden-Württemberg hatte sich aus religiösen Gründen geweigert, ihre Kinder zur Schule zu schicken und unterrichtete sie zu Hause. Um der deutschen Schulpflicht schließlich zu entkommen, reiste die siebenköpfige Familie 2008 in die USA und stellte im Bundesstaat Tennessee einen Asylantrag. Dem sei nun im Januar 2010 stattgegeben worden, so die US-amerikanische Lobbygruppe für Heimunterricht “Home School Legal Defense Association“.
Der zuständige Einwanderungsrichter sieht nach Angaben des Verbandes die Menschenrechte in Deutschland verletzt, die betroffene Familie würde wegen ihres evangelikalen Glaubens verfolgt. Die strenggläubigen Christen hatten zuvor jahrelang mit deutschen Behörden gestritten. Die allgemeine Schulpflicht sei nicht mit ihrem Glauben zu vereinbaren. Die Eltern sagten gegenüber Medien, sie hätten ihren Kindern das “unchristliche Treiben” an deutschen Schulen nicht zumuten wollen. Zum Beispiel hätten sie in Unterrichtsmaterialien “obzöne Ausdrücke für Geschlechtsverkehr” entdeckt.
Über den Fall berichteten unter anderem die Süddeutsche Zeitung, Spiegel Online und die Stuttgarter Zeitung. Weiterer Blogtext über evangelikale Schulverweigerer: Sexualkunde ist Pflicht.
Bundesverfassungsgericht weist Klage baptistischer Eltern zurück
Eltern dürfen ihre schulpflichtigen Kinder in Deutschland nicht aus religiösen Gründen vom Sexualkunde-Unterricht fernhalten. Das hat Anfang August 2009 das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe entschieden.
Eine Grundschule in Ostwestfalen hatte ein Theaterprojekt zum Thema „Sexueller Missbrauch“ angeboten. Die Präventionsveranstaltung „Mein Körper gehört mir“ sollte die Schüler sensibilisieren und stärken. Eltern, die einer baptistischen Gemeinde angehören, hatten ihre Kinder am Projekttag zu Hause behalten. Damit hatten sie gegen die Schulpflicht ihrer Kinder verstoßen und wurden zu einem Bußgeld in Höhe von 80 Euro verurteilt. Dagegen legten sie Beschwerde ein, weil sie sich in ihrer Religionsfreiheit verletzt fühlten. Die gläubigen Eltern warfen der Schule vor, das Theaterprojekt erziehe zu „freier Sexualität“ und – wie sueddeutsche.de berichtete – zu „Pädophilie“.
Karlsruhe wies die Verfassungsbeschwerde zurück. Die Schule habe in diesem Fall die gebotene Neutralität und Toleranz gegenüber erzieherischen Vorstellungen der Eltern gewahrt, so das Bundesverfassungsgericht. Die Lehrer müssten dafür sorgen, dass eine „Indoktrination der Schüler etwa auf dem Gebiet der Sexualerziehung“ unterbleibe.
Auf den Internetseiten des Bundesverfassungsgerichts ist die entsprechende Pressemitteilung nachzulesen. Über die Entscheidung berichteten unter anderem sueddeutsche.de und Zeit Online.
„Hessischer Rundfunk“ über umstrittenen „Seelsorge“-Kongress
Auch das HR-Landesmagazin defacto hat im April 2009 über den geplanten „Kongress für Psychotherapie und Seelsorge“ in Marburg berichtet. An der Veranstaltung nehmen laut Programm auch Leiter von evangelikalen Organisationen teil, die eine Veränderung von homosexuellen zu heterosexuellen Menschen für möglich halten und hierbei ihren „Rat“ anbieten. Hintergrund: Für die meisten evangelikalen Christen ist Homosexualität Sünde. Politiker von SPD und Grünen sowie der „Lesben- und Schwulenverband“ (LSVD) kritisieren die Veranstaltung. Sie soll Ende Mai in den Räumen der Universität Marburg stattfinden. Der Fernsehbeitrag kann auf den Internetseiten des Hessischen Rundfunks angeschaut werden, zum Thema siehe auch Blogtext „Psychische Vergewaltigung“.
„taz“ über evangelikale „Seelsorge-Organisationen“
„Das war psychische Vergewaltigung“, so beschreibt ein homosexueller Christ gegenüber der taz ein Seminar, das den Teilnehmern offenbar „Auswege aus der Homosexualität“ zeigen sollte. Die Berliner tageszeitung berichtet Mitte April 2009 über evangelikale Organisationen, die bei „Fragen zur Sexualität“ beraten wollen. Sie bieten demnach Seminare für homosexuelle Menschen mit dem Ziel an, ein „bibeltreues, heterosexuelles Leben“ zu führen. Hintergrund: Für die meisten evangelikalen Christen ist Homosexualität Sünde. Viele bibeltreue Homosexuelle fühlen sich deshalb unter Druck gesetzt, einige wollen ihre sexuelle Orientierung verändern. Verschiedene Organisationen bieten hier „Hilfe“ an und behaupten gleichzeitig, sie würden „ergebnisoffen“ beraten. Die taz zitiert dagegen ehemalige Ratsuchende, die berichten, man habe sie verändern wollen. Ein Mann erzählt, die Grundaussage sei klar gewesen, Homosexualität sei auf jeden Fall etwas Schlechtes. Der Artikel ist auf den Internetseiten der taz nachzulesen.
Leiter solcher Organisationen wollen vom 20. bis 25. Mai 2009 als Referenten auf einem sogenannten „Kongress für Psychotherapie und Seelsorge“ an der Universität in Marburg auftreten. Politiker von SPD und Grünen sowie der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) kritisieren deshalb die Tagung. Der Tagesspiegel berichtet darüber unter dem Titel „Unis sollten Quacksalber nicht fördern“, Die Welt unter dem Titel „Wenn die Sexualität nicht zum Glauben zu passen scheint“, unter der Überschrift „Streit über Homoheiler“ die taz und mit „SPD schaltet Landesregierung ein“ auch die Frankfurter Rundschau.
Die Bundesregierung hat „Heilungsangebote“ für Homosexuelle 2008 kritisiert. Sie wies darauf hin, dass sogenannte „Konversions-“ oder „Reparations“-Therapien, die auf eine Änderung von gleichgeschlechtlichem Sexualverhalten oder der homosexuellen Orientierung abzielten, heute in der Fachwelt weitestgehend abgelehnt würden. Neuere wissenschaftliche Untersuchungen hätten ergeben, dass bei der Mehrzahl der so behandelten Personen negative und schädliche Effekte wie zum Beispiel Ängste, Depressionen bis hin zu Suizidalität aufgetreten und versprochene Aussichten auf „Heilung“ enttäuscht worden seien. Die entsprechende Drucksache steht im Internet.
Verein „Homosexuelle und Kirche“ kritisiert ProChrist
Der Verein „Homosexuelle und Kirche“ (HuK) wirft der Missionsveranstaltung „ProChrist“ „schwulenfeindliche Tendenzen“ vor. Die Organisatoren hatten der HuK keinen Informationsstand während des Glaubensfestivals in Chemnitz genehmigt. „Es ist nicht hinnehmbar, dass uns als homosexuelle Christen ein Stand bei ProChrist verwehrt wurde, obwohl wir bereits im November 2008 einen schriftlichen Antrag gestellt hatten“, sagte Tom Haus von der HuK gegenüber der Chemnitzer „Freien Presse“. „ProChrist“-Geschäftsführer Michael Klitzke sagte der Zeitung, dass man den Antrag des Vereins aus Platznot habe absagen müssen.
„ProChrist“ wurde von evangelikalen Christen organisiert. Für die meisten Evangelikalen ist Homosexualität eine Sünde – so auch für den leitenden Prediger bei „ProChrist“, Ulrich Parzany. Nach Angaben der Organisatoren hatten mehrere zehntausend Menschen die einwöchige Missionsveranstaltung in der Chemnitz-Arena besucht. Die Kampagne wurde vor allem durch Spenden, aber auch durch Zuschüsse der evangelischen Kirche finanziert.
Quelle: Freie Presse – Chemnitzer Zeitung, 2.4.2009